PROJEKTE
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Living
and Learning in Border Regions
Leben
und Lernen in Grenzregionen
Comenius 2.1 Projekt innerhalb des Sokrates-Programms der EU
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Leben und Lernen in Grenzregionen ist ein Comenius 2.1. Projekt, das von der Volkshochschule Aachen koordiniert wird; die Burgenländische Forschungsgesellschaft ist Projektpartner. Comenius Projekte gehören zum SOCRATES-Programm der Europäischen Kommission und sollen einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Dimension im Unterricht leisten. Comenius 2.1. zielt im besonderen auf die Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen ab. Im Projekt "Leben und Lernen in Grenzregionen" wird der Besuch von außerschulischen Lernorten verknüpft mit einem neuen Ansatz aus der Lerntheorie, welches die Suche nach Verstehen in den Mittelpunkt der Bildungsaufgabe stellt. Der Grund für Letzteres ist, dass im Klassenzimmer immer noch vornehmlich Wissen vermittelt wird und lehrerzentrierte Methoden vorherrschend sind, obwohl nach Ansicht vieler Lehrer kritisches Denken eine Grundvoraussetzung für die politische Bildung ist. Dazu ist eine breitere Palette von Kompetenzen erforderlich, die so genannten "Denkkompetenzen". Die Entwicklung der Denkkompetenzen ist ein Beispiel für lebenslanges Lernen; SchülerInnen haben die Möglichkeit Lernstrategien zu entwickeln.
Ziele
Das Projekt hat folgende Inhalte: Das Ziel des Projektes "Leben und Lernen in Grenzregionen" ist es, regionale Netzwerke zu bilden, in denen LehrerausbildnerInnen, ErwachsenenbildnerInnen und LehrerfortbildnerInnen gemeinsam mit MuseumspädagogInnen, Forschungsinstituten und LehrerInnen, Lehr- und Unterrichtsmaterial entwickeln. Diese Materialien sollen helfen den Besuch an außerschulischen Lernorten besser in den Lehrplan zu integrieren. Die Lehr- und Unterrichtsmaterialien unterstützen außerdem den Erwerb von Denkkompetenzen. Dieser methodologische Teil des Projektes übernehmen das ILS in Nijmegen (Niederlande) und das Ostfold University College HIOF in Halden (Norwegen). Beide sind Institutionen der LehrerInnenausbildung. Die anderen PartnerInnen entwickeln unter der Anleitung von ILS und HIOF Materialien für SchülerInnen aus ihrer Grenzregion.
Materialien
Die Materialien wurden
für drei Grenzregionen entwickelt: die österreichisch-ungarische Grenzregion,
die polnisch-tschechische Grenzregion und die deutsch-niederländische Grenzregion.
Die entwickelten
Materialien wurden in einem Sammelband herausgegeben. Dieser enthält ebenfalls
eine theoretische Einführung in die Entwicklung von Denkkompetenzen.
Koordination:
VHS Aachen (Deutschland)
Projektpartner:
Burgenländische
Forschungsgesellschaft (Österreich)
Literaturhaus
Mattersburg (Österreich)
Savaria Múzeum Szombathely
(Ungarn)
Berzsenyi Dániel Föiskola Szombathely
(Ungarn)
Regionalny
Osrodek Doskonalenia Nauczycieli "WOM" Bielsko Biala (Polen)
KVIC Karviná (Tschechische
Republik)
ILS
Nijmegen (Niederlande)
Carl von Ossietzky
Universität Oldenburg (Deutschland)
Kontakt: Dr. Gert TSCHÖGL
BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-13
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
gert.tschoegl@forschungsgesellschaft.at
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Building
Democracy - Learning from the Past for the Future
Ways
not to forget and for understanding in European Border Regions
Demokratiekampagne der EU aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus / Generaldirektion Bildung und Kultur / Aufruf GD EAC 54/05
Die Menschen in Grenzregionen sind immer die ersten, die Konflikte zwischen Staaten zu spüren bekommen. Gerade die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, der Überfall auf die Nachbarländer waren prägende Erfahrungen der Menschen beiderseits der Grenzen in unseren Grenzregionen.
"Aus der Geschichte für die Zukunft lernen" heißt vor diesem Hintergrund, Verständnis wecken für die mit der unterschiedlich erlebten und/oder erlittenen Geschichte jener Jahre verbundenen Einstellungen und Sichtweisen und die Möglichkeit bieten, durch den Gedankenaustausch zwischen Menschen von den verschiedenen Seiten der Grenze eine neue Basis des Zusammenlebens zu finden. Das Projekt möchte an authentischen Orten mit dem Schicksal von Menschen konfrontieren, die unter der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten gelitten und ihr Leben verloren haben. Dabei sollen Klischees vermieden und Vorurteile abgebaut, aber historische Fakten deutlich gemacht und eindeutig benannt werden.
Die beteiligten Partner verfügen über langjährige Erfahrungen in diesem Themenbereich. Sie mussten jedoch in ihrer Arbeit auch feststellen, dass die Kenntnisse der Menschen in dem einen Land heute über die jeweils nationale "Geschichte der anderen" eher gering ist.
Ziele des Projektes:
Hauptaktivitäten im Projekt:
Koordination:
VHS Aachen Fachbereich politische Bildung (Deutschland)
Projektpartner:
Burgenländische
Forschungsgesellschaft (Österreich)
Ministerium für Kultur und Medien, Denkmäler, Jugend und Sport der Regierung
der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (Belgien)
CEPAGE
verviétois, Centre d'Education Populaire et d'Action Global d'Eveil (Belgien)
Kontakt: Dr. Gert TSCHÖGL
BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-13
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
gert.tschoegl@forschungsgesellschaft.at
Erwachsenenbildung
im Grenzraum. Österreich – Ungarn – Slowakei
Ein Überblick
über Angebotsstruktur und grenzüberschreitende Kooperationsformen
Grundtvig-2-Projekt innerhalb des Sokrates-Programms der EU
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Fragestellungen
Diese Fragen sind Gegenstand einer vergleichenden Studie der vier Projektpartner aus Österreich, Ungarn und der Slowakei. Die Studie erhebt, kategorisiert und dokumentiert Art und Umfang der grenzüberschreitenden Kooperationsformen in der Erwachsenenbildung in den drei Grenzregionen. Die Ergebnisse erscheinen zusammen mit einem Handbuch der Erwachsenenbildung im Grenzraum Österreich-Ungarn-Slowakei.
Das Handbuch gibt einen Überblick über die Erwachsenen-bildungslandschaft in den drei Grenzregionen, enthält ein Adressverzeichnis und eine Beschreibung der Erwachsenenbildungseinrichtungen, die vergleichende Studie bisheriger grenzübergreifender Zusammenarbeit sowie Empfehlungen für zukünftige erfolgreiche grenzübergreifende Kooperationen.
Parallel dazu werden die Projektergebnisse auf der homepage www.crossborder-cooperation.net veröffentlicht, deren Kernstück die Datenbank mit Kontaktinformationen und Beschreibungen aller relevanten Erwachsenenbildungseinrichtungen im Grenzraum Österreich-Ungarn-Slowakei ist.
Koordination:
Burgenländische Forschungsgesellschaft (Österreich)
Projektpartner:
Dániel
Berzsenyi Hochschule, Lehrstuhl für Erwachsenenbildung (Ungarn)
Comenius Universität, Lehrstuhl
für Andragogik (Slowakei)
Bildungsakademie,
Zweigstelle Trencín (Slowakei)
Kontakt: Mag.a Judith JAKOWITSCH
BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-14
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
judith.jakowitsch@forschungsgesellschaft.at
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POWER
Promotion
of Women in European Regions
Grundtvig-2-Projekt innerhalb des Sokrates-Programms der EU
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Ziele
Aktivitäten
Themenschwerpunkte
Teilnehmende sind Frauen sowie Frauen- und Gendereinrichtungen im österreichischen Bundesland Burgenland, in den ungarischen Komitaten Gyor-Moson-Sopron, Vas and Zala und in den slowakischen Regionen Bratislavsky kraj and Trnavsky kraj.
Kontakt: Mag.a Judith JAKOWITSCH
BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-14
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
judith.jakowitsch@forschungsgesellschaft.at
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'frauenförderung + gender mainstreaming
im burgenland'
Eine
Entwicklungspartnerschaft im Rahmen des EQUAL-Programms der EU
Im EQUAL-Projekt 'frauenförderung + gender mainstreaming im burgenland' arbeiteten von September 2002 bis März 2005 insgesamt 14 Organisationen an innovativen Lösungen zur Implementierung der Strategie des Gender Mainstreamings im Burgenland. Ziel war die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verringerung der geschlechtsspezifischen Segregation am burgenländischen Arbeitsmarkt.
Frauenförderung und
Gender Mainstreaming werden als zwei einander ergänzende Strategien zur Bekämpfung
geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Ungleichheiten betrachtet.
Gender Mainstreaming ist eine prozessorientierte Handlungsstrategie
zur Durchsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern.
Geschlechtsspezifische Segregation bezeichnet die Tatsache,
dass Frauen in weniger Berufen zu finden sind als Männer (horizontale Segregation)
und ihre Aufstiegschancen geringer sind (vertikale Segregation).
Die Burgenländische Forschungsgesellschaft war an mehreren Aktivitäten der Entwicklungspartnerschaft beteiligt:
Durch Recherche und Aufbereitung regionaler und nationaler Daten zum Thema Frauenförderung und Gender Mainstreaming arbeitetete die Burgenländische Forschungsgesellschaft am Aufbau einer zentralen Kontakt- und Koordinierungsstelle für Frauenförderung und Gender Mainstreaming im Burgenland mit. Die BFG war auch für die Evaluierung der gesamten Entwicklungspartnerschaft sowie einzelner Teilaspekte verantwortlich.
In Veranstaltungen, Aktionen und mittels Informationsmaterialien sensibilisierte die Burgenländische Forschungsgesellschaft gemeinsam mit dem Frauenbüro des Landes Burgenland EntscheidungsträgerInnen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung für das Thema Gender Mainstreaming. Spezielle Zielgruppen der Öffentlichkeitsarbeit waren SchülerInnen und JournalistInnen.
Besonderen Wert legte 'frauenförderung + gender mainstreaming im burgenland' auf die Zusammenarbeit mit anderen österreichischen Entwicklungspartnerschaften (Netzwerk "A-gender") sowie auf die transnationale Zusammenarbeit mit den Entwicklungspartnerschaften "Ri.Do. Risorse Donne Venezia" in Italien und der "Partnership for Gender Equality of the County of Gävleborg" in Schweden. Die Burgenländische Forschungsgesellschaft war in beiden Netzwerken als ständiger Partner vertreten; in der transnationalen Partnerschaft war die BFG zudem für die Evaluierung mitverantwortlich.
Im Hinblick auf die kürzlich vollzogene Osterweiterung der EU ist der Burgenländischen Forschungsgesellschaft die Vernetzung burgenländischer und westungarischer Einrichtungen, die sich mit Frauenförderung und der Chancengleichheit von Frauen und Männern beschäftigen, ein wichtiges Anliegen. Persönliche Kontakte, erhöhtes Wissen über die Situation von Frauen beiderseits der Grenze und die Entwicklung gemeinsamer Strategien zur Durchsetzung von Gender Mainstreaming sollen u. a. zum Abbau von Ängsten in bezug auf die EU-Mitgliedschaft Ungarns - vor allem hinsichtlich des Frauenarbeitsmarktes - beitragen.
Die Entwicklungspartnerschaft wurde im Rahmen des EQUAL-Programms der EU zu gleichen Teilen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF und aus nationalen Mitteln finanziert. EQUAL ist eine europäische Gemeinschaftsinitiative mit dem Ziel der Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten am Arbeitsmarkt.
Kostenlose Zusendung von schriftlichem Informationsmaterial.
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Grenzüberschreitende Arbeitsmarktbeziehungen
Burgenland und Westungarn.
Ein Projekt der Burgenländischen
Forschungsgesellschaft, in Kooperation mit dem Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen
Forschungsinstitut der ungar. Fachgewerkschaft MSZOSZ
Projektleitung: Andreas
Polsterer / Szilvia Borbély (MSZOSZ)
Der Fall des Eisernen Vorhanges 1989 und der österreichische EU-Beitritt 1995 haben dem burgenländisch-westungarischen Grenzraum neue Chancen eröffnet. Die EU-Förderungen im Burgenland und die bisher ungenutzten Marktpotentiale in Ungarn bieten gute Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung.
Ein besonders sensibler Bereich in diesem Zusammenhang ist der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist eine zusammenfassende Darstellung der grenzüberschreitenden Arbeitsmarktbeziehungen zwischen Burgenland und Westungarn seit 1989 unter Berücksichtigung der mittlerweile entstandenen rechtlichen Grundlagen. Als Quelle dienen die vorhandenen statistischen Daten sowie einschlägige Publikationen.
Das vorliegende Projekt beschäftigt sich mit den möglichen Auswirkungen der freien Arbeitsmigration zwischen Ungarn und Österreich nach der EU-Erweiterung und nach einer vollständigen Liberalisierung des Arbeitsmarktes. Über den tatsächlichen Umfang der Migration gibt es die unterschiedlichsten Vorhersagen, welche von den ungarischen und österreichischen Projektpartnern in ihrer Analyse aufgearbeitet wurden.
Das Projekt soll die bestehenden Forschungen zu dem Thema zusammenfassen, und mit den Ergebnissen der eigenen Untersuchung zusammenführen.
Das Projekt möchte die bestehenden Erfahrungen zusammenfassen, aber auch eine wenig bekannte Seite der Thematik aufzeigen. Unter Berücksichtigung der Daten der Arbeitsmarktorganisationen und der zusätzlichen Experteninterviews soll auch ein Bild des grauen und schwarzen Arbeitsmarktes und seiner Folgen für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern gezogen werden. Um die öffentliche Diskussion und die Entwicklung der einzelnen Standpunkte zu untersuchen, bedient sich die vorliegende Studie zahlreicher Publikationen von österreichischen und ungarischen Sozialpartnern (Parteien, Arbeitgeberorganisationen, Kammern, Gewerkschaften).
Hauptelemente der Studie sind:
Die Projektberichte sind im Büro der BFG beziehbar bzw. über die BFG-Homepage als PDF-Datei verfügbar (siehe unten).
Download des Projektberichtes (PDF-Format)
Kontakt:
Alfred Lang alfred.lang@forschungsgesellschaft.at
Dr. Szilvia Borbély h10095bor@ella.hu
Homepage:www.konfoderaciok.hu/mszeib
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Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen |
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Vertrieben.
Erinnerungen burgenländischer
Juden und Jüdinnen.
Bildband und Webseite der Burgenländischen
Forschungsgesellschaft
Projektleitung: Gert Tschögl
Das Projekt "Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen." dokumentiert in Form zeitgeschichtlicher Interviews Lebensgeschichten von Personen, die im Jahre 1938 aus den ehemaligen jüdischen Gemeinden des Burgenlandes emigrieren mussten und gibt somit erstmals einen breiten Einblick in das persönliche Schicksal dieser burgenländischen Familien. Darüber hinaus werden auch Interviews mit jüdischen Verfolgten aus den benachbarten ungarischen Grenzorten geführt. Diese standen oft in familiären oder anderen Beziehungen zum Burgenland. Das Projekt füllt damit auch eine Lücke im Bereich der Erforschung der jüdischen Geschichte des Burgenlandes und der angrenzenden ungarischen Regionen. Die Interviews und Fotografien aus dem Privatbesitz der Interviewten werden in einem Bildband publiziert.
Schwerpunktthemen der Interviews sind:
Im Frühjahr dieses Jahres wurde in Stadtschlaining das Projekt "Welcome to Stadtschlaining" realisiert. Auf die Initiative von CONCENTRUM (Forum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene), dem Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) und der Stadtgemeinde Stadtschlaining wurden aus der Region stammende BurgenländerInnen, die im Jahre 1938 aus Österreich flüchten mussten, in die ehemalige Heimat eingeladen. Dieses Projekt nahm die Burgenländische Forschungsgesellschaft zum Anlass, erste Interviews mit einigen der eingeladenen Gäste zum Projekt "Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen." durchzuführen. Grundlage des Projekts sind diese und weitere Interviews mit 1938 emigrierten jüdischen BurgenländerInnen. Die aufgezeichneten Videos bilden das Ausgangsmaterial für die mediale Umsetzung.
Die einzelnen Interviews werden Facetten und Sichtweisen zur burgenländischen Zeitgeschichte freigeben, indem in den Interviews die Zusammenhänge mit zeitgeschichtlichen Ereignissen und Erinnerungen gesucht werden. Die Publikation richtet sich vor allem an das allgemeine, an Lebensgeschichten und am Schicksal der Juden und Jüdinnen interessierte Publikum. Der Band wird zweisprachig (englisch/deutsch) herausgegeben, um ihn weltweit einem englischsprachigen Publikum, unter anderem auch nichtdeutschsprachigen Nachfahren emigrierter burgenländischer Familien, zugänglich machen zu können. Die Publikation eignet sich auch als Dokumentationsmaterial für zeitgeschichtliche und jüdische Archive, Sammlungen, Museen und sonstige Dokumentationsstellen im nichtdeutschsprachigen Raum.
Insgesamt stellt dieses Projekt eine bisher einmalige Dokumentation des burgenländisch-jüdischen Lebens dar und füllt damit eine wichtige Lücke im Bereich zeitgeschichtlicher Dokumentation und politischer Bildung.
Die Publikation erschien 2005. Buchbestellung
Mehr Informationen auf www.forschungsgesellschaft.at/vertrieben.htm
Qualifikation und Erwerbstätigkeit
von Frauen im Burgenland
Burgenländische Forschungsgesellschaft
im Auftrag der Burgenländischen Landesregierung, Landesrätin Verena Dunst
Projektleitung: Judith
Jakowitsch
Die Studie "Qualifikation und Erwerbstätigkeit von Frauen im Burgenland" fasst erstmals in umfangreicher Weise vorhandene Untersuchungen zu den Themenbereichen Frauenqualifikation und Frauenerwerbstätigkeit im Burgenland zusammen und gibt in Form einer sekundärstatistischen Analyse, ergänzt durch Interviews mit ArbeitsmarktexpertInnen, einen Einblick in die Situation burgenländischer Frauen im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt.
Die frauenspezifischen Daten wurden in Relation zur Situation burgenländischer Männer sowie zur Situation von Frauen und Männern in den anderen österreichischen Bundesländern gesetzt. Veränderungen in Ausmaß und Qualität der Bildungs- und Erwerbsbeteiligung burgenländischer Frauen werden durch Zeitreihen sichtbar gemacht.
Inhaltliche Schwerpunkte der Studie sind:
Die Beteiligung der Frauen am Erwerbsleben stieg auch in ländlichen Regionen. Weibliche Erwerbsarbeit entwickelte sich von einer Überbrückung" der Zeit zwischen Schule und Heirat (meist nicht mehr als fünf Jahre, an die keine besonderen Ansprüche zu stellen waren) zu einem mehr und mehr sinn- und identitätsstiftenden Lebensbestandteil. Die Analysen der Daten zum Niveau der Ausbildung und Erwerbsbeteiligung in der letzten Dekade weisen auf gewisse Verbesserungen der Situation der Frauen relativ zu Männern hin. Wenn wir allerdings die Strukturmerkmale der Entwicklung näher betrachten, so zeigt sich ein enormes Beharrungsvermögen traditioneller Ausbildungsentscheidungen nach Geschlecht und daraus abgeleitet eine anhaltende geschlechtsspezifische Segmentierung der Beschäftigung. Die Konzentration der Frauenbeschäftigung auf traditionelle - strukturschwache - Konsumgüterproduktion und Dienstleistungen, etwa als Verkäuferinnen und als Bürobedienstete, ist auch in den letzten beiden Jahrzehnten erhalten geblieben.
Dazu kommt als weiterer Faktor die Tatsache, dass das Risiko, arbeitslos zu werden, mit sinkender Qualifikation steigt. Da Frauen noch immer ein schlechteres formales Bildungsprofil aufweisen, wirkt sich dies wiederum für Frauen ohne Bildungsabschluss besonders negativ aus. Aufgrund der intensiven Betriebsansiedlungstätigkeit in den 60er, 70er und beginnenden 80er Jahren lag im Burgenland der Anteil der Frauen in der Industriearbeit an der Österreichspitze. Sogenannte ungelernte" Frauen verrichteten in den burgenländischen Fabriken meist Schicht- und Akkordarbeit zu sehr niedrigen Löhnen.
Die besondere Betroffenheit von Arbeitslosigkeit bezieht sich jedoch nicht nur auf die Arbeitslosenquote. Frauen sind im Durchschnitt auch länger arbeitslos als Männer. Das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nahm seit den 80er Jahren auch in Österreich deutlich zu. Österreichweit waren 1996 und 1997 Frauen in fast allen Altersstufen deutlich stärker von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Männer. Dies trifft vor allem auf die jungen Berufseinsteigerinnen zwischen 15 und 19 Jahren, auf ältere Arbeitnehmerinnen und auf Frauen ohne Pflichtschulabschluss zu.
Die überdurchschnittlichen Arbeitslosenquoten von Frauen sind nicht zuletzt in einem direkten Zusammenhang mit der Geburt von Kindern und deren Versorgung zu sehen. An die Stelle des Zwei-Phasen-Modells" (Ausbildung - Erwerbsarbeit bis zum ersten Kind - Ausscheiden aus dem Erwerbsleben) trat das Drei-Phasen-Modell" (Ausbildung - Erwerbsarbeit bis zum ersten Kind - Familienphase - Arbeit).
Nach der Mutterschaftskarenz haben es Frauen besonders schwer, wieder einen Arbeitsplatz zu finden. So ist auch der Anteil der Arbeitslosen bei den Bezieherinnen des erhöhten Karenzgeldes überdurchschnittlich hoch. Vor allem junge Mütter mit geringer Berufserfahrung oder noch nicht abgeschlossener Berufsausbildung haben eine sehr geringe Chance, einen Job zu finden.
In einer von jeher strukturschwachen Region wie dem Burgenland stellen sich diese Probleme in verschärfter Weise, und hier wieder im Süden des Landes stärker als im Norden.
Download
der Studie (Langfassung, PDF-Format)
Download
der Studie (Kurzfassung, PDF-Format)
Kontakt:
Mag. Judith Jakowitsch judith.jakowitsch@forschungsgesellschaft.at
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Kulturperspektiven Burgenland | ||
Roma und Sinti im Burgenland 1945-1999
zur aktuellen Situation
einer Volksgruppe
Forschungsprojekt im Auftrag des
BMWV
Projektleitung: Gerhard
Baumgartner
Wieviele Roma und Sinti heute in Österreich, respektive im Burgenland leben, läßt sich nur schätzen. Bei der Volkszählung 1991 gaben im Burgenland nur 95 Personen auch Romanes als Umgangssprache an. Schätzungen von Vertretungsvereinen der Volksgruppe schwanken zwischen 10.000 und 40.000 Romanes-Sprechern in Österreich.
Sprachlich und kulturell zerfällt die Minderheit in mehrere Gruppen. Die am längsten hier ansässige Gruppe bilden die sogenannten Burgenland-Roma, die seit dem 16. Jahrhundert nachweislich im Burgenland siedeln. Im 19. Jahrhundert wanderten zudem auch sogenannte Lovara-Gruppen aus dem slowakisch-ungarisch-karpatoukrainischen Grenzgebiet in die Region um den Neusiedlersee ein. Etwa zur selben Zeit kamen auch die ersten Sinti aus Böhmen und Bayern nach Österreich. Im Zuge der Gastarbeiterwanderung in den sechziger und siebziger Jahren wurden auch zahlreiche Roma aus Serbien, der Vojvodina und aus Makedonien in Österreich heimisch.
Nach der Deportation von rund 5.000 österreichischen Roma und Sinti in die Vernichtungslager nach Auschwitz, Lodz und Chelmo kehrten nach 1945 geschätzte 700 Roma wieder in ihre burgenländischen Heimatdörfer zurück. Erst auf Drängen der Opferverbände wird den ehemaligen KZ-Häftlingen unter den Roma und Sinti ab 1961 schließlich eine Opferrente zuerkannt, erst 1984 werden die überlebenden Insassen des sogenannten "Familienlagers" Lackenbach mit anderen KZ-Häftligen gleichgestellt. 1989 wird der erste Romaverein in Oberwart gegründet, 1993 folgt die Anerkennung als österreichische Minderheit. Im Februar 1995 fallen vier Roma aus Oberwart einem Bombenanschlag zum Opfer. Es ist dies der schwerste minderheitenfeindliche und politisch motivierte Terroranschlag der Zweiten Republik.
Hauptproblem der fachlichen Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten dieser Volksgruppe ist das Fehlen jedweder abgesicherter Daten über Sprachverhalten, soziale Gliederung, Siedlungstruktur, etc. Zwar gibt es verschiedene Einzelbeschreibungen gewisser Teilaspekte der Romakultur, wie etwa des Liedgutes oder ihrer traditionellen Lebensformen, es fehlt aber eine wissenschaftlich abgesicherte Dokumentation der Entwicklung dieser Minderheit nach 1945. Auch unterliegt die Zugehörigkeit zur Volksgruppe selbst oft widersprüchlichen Kriterien der Eigen- und Fremdzuschreibung. Nicht jeder, der als Rom oder "Zigeuner" gesehen wird, identifiziert sich mit dieser Gruppe, während andere, die sich selbst sehr wohl als Roma verstehen, zum Beispiel nicht mehr Romanes sprechen. Unter Berücksichtigung der genannten historischen und sozialen Aspekte richtet sich das Hauptaugenmerk dieses Projektvorhabens auf folgende Schwerpunktthemen:
A)
Zum einen soll die Rückkehr der verschleppten
Roma und Sinti in ihre burgenländische Heimat, die Fragen der Restitution ihres
enteigneten und teilweise zerstörten Besitzes sowie Ausmaß und Handhabung der
Opferfürsorgeverfahren aufgrund von Archivbeständen nachgezeichnet werden. Weiters
sollen die Probleme der Einschulung der Kinder, der Integration auf dem Arbeitsmarkt
der Nachkriegszeit sowie Fragen der sozialen Integration und Segregation in
den einzelnen burgenländischen Dörfern dokumentiert werden.
B)
In einer Fragenbogenerhebung sowie einer
Reihe von Experteninterviews werden folgenden Bereiche untersucht: Wohnsituation,
Bildungschancen, Lehrstellenproblematik, saisonale Beschäftigung, Arbeitslosigkeit,
bevorzugte Gewerbebereiche der Selbständigen, Abwanderung nach Wien, Verkehr
mit lokalen Behörden, Sozialeinrichtungen und Behörden in der Wahrnehmung der
Volksgruppenangehörigen und in der Wahrnehmung der Institutionenvertreter, Entwicklung
und Standardisierung der Sprache, Öffentlichkeit versus Nichtöffentlichkeit
einer über Jahrhunderte privatisierten Kulturtradition, Identifikationsgrad
mit einer Gruppenidentität.
C)
Die Ergebnisse dieser Befragung und der
Tiefeninterviews dienen in der letzten Phase des Projektes der Ausarbeitung
eines Maßnahmenkatalogs für den schulischen Bereich, für sprach-, kultur- und
sozialpolitische Maßnahmen, sowie Maßnahmen der gezielten Arbeitsmarkt- und
Unternehmensförderung, die von den Projektmitarbeitern, Vertretern der offiziellen
Romavereine und beigezogenen wissenschaftlichen Experten ausgearbeitet werden.
Diese sollen eine wissenschaftlich fundierte und mit den Minderheitenvertretern
akkordierte Leitlinie für weitere Schritte in der Zusammenarbeit zwischen Volksgruppe
und öffentlichen Einrichtungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene
bieten.
Das Forschungsprojekt wurde 2004 publiziert:
Baumgartner, Gerhard / Freund, Florian: Die Burgenland Roma. 1945-2000. Eine
Darstellung der Volksgruppe auf der Basis arichvalischer und staistischer Quellen.
( = Burgenländisches Landesarchiv (Hg): Burgenländische Forschungen,
Band 88, Eisenstadt 2004).
Radio za dicu Forschungs- und Bildungsprojekt der
Burgenländischen Forschungsgesellschaft Der Schlüssel für das Überleben einer
Sprache ist naturgemäß ihre Verwendung. Dies sowohl im öffentlichen als auch
im privaten Bereich. Gerade für Minderheiten- /Volksgruppensprachen beschränkt
sich deren Gebrauch aber oft nur auf die private, also die dörfliche und familiale
Umgebung, wobei sich auch diese sprachlichen Rückzugsgebiete immer
weniger intakt zeigen. Die Folge ist eine zunehmende Abkehr vom Gebrauch der
Volksgruppensprachen. Dies vor allem bei den Angehörigen der jüngeren und jüngsten
Generation. Ausgangsüberlegung dieses Projektvorhabens war es daher, das im
Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen zu einem wichtigen Bestandteil avancierte
Medium Radio als öffentliches Sprachterrain für Volksgruppensprachen
zu gewinnen, um auf diese Weise Sprachbewußtsein und Sprachkompetenz zu fördern.
Dies erfordert allerdings sowohl auf theoretischer als auch auf praktisch-methodischer
Ebene die Entwicklung spezieller Sendungskonzepte. Am Beispiel der burgenlandkroatischen
Volksgruppensprache wurde im Rahmen dieses Projektes versucht, ein solches Konzept
zu realisieren. Dies sollte durch folgende Arbeitsschritte erreicht werden. Quantitative Erhebung Qualitative Erhebung Produktion und Evaluation eigener Radiobeiträge
Radio in der Volksgruppensprache zeigt
sich damit als ein durchaus attraktives Medium für Kinder. Dies insbesondere
dann, wenn gezielt die Interessen und die unterschiedlichen Sprachkompetenzen
im Produktionsprozess von Radiobeiträgen bzw. sendungen berücksichtigt
werden. Darüberhinaus kann die Akzeptanz für Kinderradio in Volksgruppensprachen
durch die Kooperation von Radiomachern und Pädagogen erhöht werden und damit
auch als ein erfolgreiches Mittel zur Förderung der Sprachkompetenz und des
Sprachbewußtseins eingesetzt werden. Der Endbericht ist
bei der Burgenländischen Forschungsgesellschaft erhältlich.
Gleichheit
- Verschiedenheit
Forschungsprojekt
im Auftrag der Frauen- und Familienförderungsstelle der Burgenländischen
Landesregierung
Im Jänner
1994 beauftragte die Frauen- und Familienförderungsstelle der Burgenländischen
Landesregierung die Burgenländische Forschungsgesellschaft mit der
Durchführung einer Grundlagenstudie zum Thema Geschlechtsspezifische
Unterschiede in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft im Burgenland.
Ziel der vorliegenden Studie ist es, einerseits den Ist-Zustand der Lebenssituation
von Frauen und Männern sowie von Familie und Partnerschaft im Burgenland
empirisch darzustellen, andererseits Grundlagen für frauen- und familienpolitische
Forderungen und Maßnahmen aufzuzeigen.
Als Vorgangsweise
wurde ein dreigeteilter Untersuchungsansatz gewählt:
Die Anzahl der
Familien im Burgenland hat sich einem österreichweiten Trend entsprechend
von 1981 bis 1993 um mehr als 10% auf insgesamt 78.300 erhöht. Während
die Zahl der Familien steigt, sinkt die durchschnittliche Kinderzahl pro
Familie von 1,32 (1981) auf 1,14 (1993). Der Anteil der Familien mit vier
und mehr Kindern war 1981 doppelt so hoch wie 1993 (1.600 Familien). Der
Trend geht in Richtung Kleinfamilien. Nach zwei rückläufigen
Jahren nahm die Zahl der Eheschließungen im Jahre 1993 um 1,8 % auf
1.342 Trauungen zu. Zu Beginn der 70er Jahre lag der Anteil der Erst-Ehen
an den Eheschließungen noch bei über 90 %. 1993 war es für
76 % der Ehepartner/innen die erste Ehe.
Obwohl die Zahl der
unehelichen Geburten steigt, hat das Burgenland im Schnitt immer noch die geringste
Unehelichenquote aller Bundesländer. Während in Österreich etwa jedes vierte
Kind unehelich zur Welt kommt, sind es im Burgenland 15 %. Das Ansteigen der
unehelichen Geburten sowie der Ehescheidungen 1993 wurden im Burgenland
349 Ehen geschieden hat eine Zunahme an Alleinerziehern/innen zur Folge.
Alleinerzieher/innen sind zum Großteil Frauen.
Ethnizität
im Burgenland
Forschungsprojekt
im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
Seit der Entstehung
des Burgenlandes 1921 leben hier die Volksgruppen der Kroaten, Ungarn und
Roma (1923: Kroaten 15 %, Ungarn 4 %, Roma 3 % der Bevölkerung). Das
Projekt "Ethnizität im Burgenland" hatte zum Ziel:
1. Sichtung vorhandener
Forschungsergebnisse, Identifikation offener Forschungsfragen zum Themenkomplex
"Gegenwart und Zukunft der ethnischen Gruppen im Burgenland", Formulierung
und Operationalisierung eines Fragenkatalogs.
2. Repräsentativerhebung
zum Thema "Minderheitensprachen" mit den Schwerpunkten: Erwerb, aktuelle
Verwendung und Weitergabe des Kroatischen bzw. Ungarischen im Burgenland
auf Basis einer 4%-Stichprobe aller burgenländischen Haushalte. Die
Erhebung wurde in Absprache und mit Unterstützung des Amtes der Burgenländischen
Landesregierung (Abt. Statistik) durchgeführt.
3. Vergleich
der Fremdsprachenkenntnisse mit den Muttersprachenkenntnissen im Burgenland
durch Vergleich der Ergebnisse des Mikrozensus 1990/1 (Sprachkenntnisse)
mit den Ergebnissen der in Punkt 2 angeführten Erhebung. Zu fragen
war, wie sich die (Fremd-)Sprachenkenntnisse von Kroatisch und Ungarisch
sprechenden Personen von jenen der Burgenländer/innen mit deutscher
Muttersprache unterscheiden.
Heute ist das
Bekenntnis zur ungarischen Sprache fast völlig verschwunden. Gepflegt
wurde und wird das Ungarische von den verbliebenen Angehörigen des
ehemals magyarischen Adels und Bürgertums sowie in den Sprachinseln
der Wart. Der Anteil der deklarierten Kroaten geht kontinuierlich zurück.
Das Kroatische überlebte in mehreren Sprachinseln, wobei ein hoher
Agraranteil, eine starke Bindung an die katholische Kirche und eine ÖVP-Mehrheit
auf Gemeindeebene das Bekenntnis zur Volksgruppe in der Regel stärkten.
Von den bis 1938
ansässigen Juden kehrten nach 1945 nur wenige ins Burgenland zurück.
Auch von den 7000 - während der NS-Herrschaft internierten - Roma
überlebte nur ein kleinerer Teil die Lager von Lackenbach und Salzburg-Maxglan
oder das Ghetto von Lodz.
Für die
Zukunft stellen sich folgende Fragen: Unter welchen Bedingungen können
die Kroaten und Ungarn des Burgenlandes als ethnische Gruppe überleben?
Von wem und in welchen Lebensbereichen wird Kroatisch bzw. Ungarisch derzeit
aktiv oder passiv verwendet? In welchem Umfang werden Sprachkompetenzen
heute in der Familie weitergegeben und/oder im Kindergarten und im Schulunterricht
gestützt? Besteht die Perspektive einer kroatischen bzw. ungarischen
Identität unabhängig von der Sprachverwendung?
Die Ergebnisse
sind in der Publikation "Trendwende? Sprache und Ethnizität im Burgenland".
Hg. von Werner Holzer und Rainer Münz, Wien 1993 dokumentiert.
Zaun - Gespräche
Forschungsprojekt
im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
Im Herbst 1989
- nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges - veranstaltete die Burgenländische
Forschungsgesellschaft in Orten an der burgenländisch-westungarischen
Grenze sogenannte Zaungespräche. Ziel dieser Veranstaltungen war es,
Bewohner und Bewohnerinnen von benachbarten, aber durch die Staatsgrenze
getrennten Orten zusammenzubringen. Es sollte die unterschiedliche Entwicklungen
der Ortschaften dargestellt, Auswirkung der Grenzziehung erörtert
und über die zukünftigen und möglichen Veränderungen
gesprochen werden.
Die Veranstaltungen
fanden meist in Dorfwirtshäusern statt, abwechselnd in ungarischen
und burgenländischen Ortschaften und wurden zweisprachig geführt.
Veranstaltungen wurden in sieben burgenländischen und westungarischen
Dörfern durchgeführt (Ober- u. Unterbildein - Pornapáti/Pernau;
Eisenstadt/Kismarton - Sopron/Ödenburg; Narda/Nahring - Schandorf/Cemba;
Loipersbach/Lépesfalva - Ágfalva/Agendorf, Rábafüzes/Rabfidisch
(Szentgotthard/Sankt Gotthard) - Heiligenkreuz/Rábakeresztur; Lutzmannsburg/Löszmand
- Zsira/Tening).
Die Darstellung
der Orte durch ihre Repräsentanten (Bürgermeister, Ortsvorsteher,
Vereinsfunktionäre, Lehrerschaft etc.) verlief stereotyp: Die burgenländischen
Vertreter/innen erzählten meistens von der Modernisierung ihrer
Ortschaft (z.B. Kanalisierung, Gehsteige, Kläranlage, Güterwege
etc.) und vom regen Vereinsleben (Feuerwehr, Gesangs- und Musikverein,
Dorfjugend etc); die ungarischen Vertreter/innen bedauerten ihre finanzielle
Situation, die geringere Infrastruktur; die Vergangenheit wurde kritischer
betrachtet. Viele Fragen zur Entwicklung dieser Ortschaftten und zur Auswirkung
der Grenze auf die Bevölkerung wurden aber im Rahmen der Veranstaltungen
nicht behandelt.
Im Jänner
1991 begann die Arbeit am Forschungsprojekt ZAUNGESPRÄCHE. Exemplarisch
wurden vier Orte für die Erhebung ausgewählt (Ober-/Unterbildein
- Felsö-/Alsobeled, Pornóapáti-Pernau, Schandorf-Cemba,
Narda-Nahring). Die Orte wurden aufgrund der geographischen Nähe und
der gemeinsamen Sprache gewählt. In Ober-/ Unterbildein (Österreich)
und in Pornóapáti (Ungarn) wird hauptsächelich Deutsch
gesprochen; Narda (Ungarn) und Schandorf (Österreich) sind kroatischsprachige
Orte.
Die Schwerpunkte
dieser Untersuchung stellten Sprache/Sprachentwicklung und die Veränderung
der sozialen Kontakte durch die Grenzziehung in dieser Region dar. Ausgangsüberlegung
war, daß sich gerade in Untersuchungsgemeinden, deren Bewohner/innen
jeweils derselben ethnischen Gruppe angehören, Auswirkungen einer
toten Grenze in den Beziehungen, im Sprachverhalten und im Bewußtsein
zeigen.
Auf lokaler Ebene
ist es mit den Veranstaltungen der ZAUN - GESPRÄCHE gelungen, persönliche
Kontakte zwischen Bewohnern/innen benachbarter Orte wieder aufzunehmen
oder neu zu initiieren. Mit dem Forschungsprojekt ZAUN - GESPRÄCHE
sollte die Bedeutung für und Auswirkung der Grenze auf die Lebensperspektiven
von Dorfbewohnern/innen erforscht werden.
Die Ergebnisse
sind in der Publikation "Hart an der Grenze. Burgenland und Westungarn",
hg. v. Traude Horvath und Eva Müllner, Wien 1992 dokumentiert (s.
Publikationen).
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Kinderradio in mehrsprachigen
Regionen am Beispiel der Burgenlandkroaten
Projektleitung: Petra Herczeg,
Andrea Kaiser
Für die Erhebung der Mediennutzungsgewohnheiten,
dem Sprachimage und dem Sprachgebrauch des Burgenlandkroatischen wurde eine
repräsentative Befragung von Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren durchgeführt.
Diese Untersuchung fand in insgesamt 13 burgenländischen Schulen davon
in 9 Volksschulen, 2 zweisprachigen Hauptschulen, einem zweisprachigen
Gymnasium sowie in 2 Gymnasien mit Kroatisch als Wahlpflichtfach statt. Darüber
hinaus wurden auch an einem Schulstandort in Wien Teilnehmer eines kroatischen
Sprachkurses befragt. Als eines der wichtigsten Ergebnisse dieser empirischen
Untersuchung kann festgehalten werden, daß die befragten Kinder unabhängig
von ihren Kroatischkenntnissen - sich in hohem Maße bereit zeigen, kroatische
Radio- als auch Fernsehsendungen zu konsumieren.
Um herauszufinden, welche Gestaltungsrichtlinien
für zweisprachiges Kinderradio relevant sind, wurde ein Erfahrungsaustausch
mit walisischen, ladinischen und rätoromanischen Radiomachern eingeleitet. Die
Ergebnisse dieses Projektbausteines mündeten schließlich in ein Experteninterview
(Gruppendiskussion) mit nationalen Radiomachern und Pädagogen.
Auf Basis dieser Vorarbeiten wurden an
fünf verschiedenen Schulstandorten Medienwerkstätten eingerichtet. Kinder erstellten
dabei gemeinsam mit Lehrern nach einer kurzen technischen Einschulung (Radio
und Mikrofontechnik) eigene Sendungsbeiträge. Darüberhinaus wurden von Professionalisten
Sendungselemente produziert, in welchen versucht wurde, die unterschiedlichen
kroatischen Sprachkompetenzen und Interessen der Zielgruppe umzusetzen. In einem
weiteren Schritt wurden die produzierten Beiträge von den Kindern selbst im
Rahmen eines mehrstufigen Verfahrens evaluiert. Das Interesse konzentrierte
sich dabei insbesondere auf jene Beiträge, die von Kindern selbst produziert
wurden. Beiträge in kroatischer Sprache, die technisch sehr gut aufbereitet
waren und in denen mehrere Sprecher vorkamen, wurden tendenziell besser bewertet
und verstanden als Beiträge, die nur von einer Person vorgelesen wurden (auch
Kinder mit nur geringen Kroatischkenntnissen hatten zumindest das subjektive
Gefühl mehr zu verstehen).
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Wandel und Differenzierung
von Lebensformen und Bewußtsein im Burgenland. Geschlechtsspezifische
Unterschiede in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft
* Quantitative
Erhebung:
Mittels großteils
standardisiertem Fragebogen wurden vom Mai bis Juli 1994 ca. 600 Burgenländerinnen
und Burgenländer im Alter von 20 bis 54 Jahren sowohl zu ihrer persönliche
Situation (Ausbildung, Beruf, Partnerschaft, Freizeitverhalten, Gesundheit)
als auch bezüglich der Einstellung zu geschlechtsspezifischen Problemen,
Partnerschaft und zu familienpolitischen Maßnahmen befragt.
* Qualitative
Erhebung:
Ergänzend
und zur Überprüfung der Fragebogenerhebung wurden im Juli und
August 1994 zehn Tiefeninterviews mit Burgenländern/innen durchgeführt,
die vor allem Fragen im sensitiveren Bereich Rollenverständnis,
Sexualität, materielle Situation, Gewalt erfassen sollen. In drei
Experten/innen-gesprächsrunden (Beruf, Familie/Partnerschaft, Gesellschaft/Öffentlichkeit)
nahmen Personen, die mit Frauen- bzw. Familienangelegenheiten befaßt
sind Vertreter/innen von Arbeitsämtern, Beratungs- und Betreuungseinrichtungen,
Massenmedien, Medizin, Justiz, beruflichen Interessensvertretungen, Kirche,
Politik Stellung zu typischen Problemen ihres jeweiligen Arbeitsbereiches
bzw. wurden mögliche Lösungsansätze diskutiert.
* Forschungsdokumentation:
Vorliegende
Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Forschungsarbeiten zum Thema geschlechtsspezifische
Unterschiede in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft im Burgenland.
Der Endbericht ist
als Kurz- oder Langfassung bei der Burgenländischen Forschungsgesellschaft erhältlich.
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Ein grenzüberschreitender
Dialog