Burgenländischen Forschungsgesellschaft
 

PROJEKTE - ARCHIV


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Living and Learning in Border Regions
Leben und Lernen in Grenzregionen

Comenius 2.1 Projekt innerhalb des Sokrates-Programms der EU

 
       

Leben und Lernen in Grenzregionen ist ein Comenius 2.1. Projekt, das von der Volkshochschule Aachen koordiniert wird; die Burgenländische Forschungsgesellschaft ist Projektpartner. Comenius Projekte gehören zum SOCRATES-Programm der Europäischen Kommission und sollen einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Dimension im Unterricht leisten. Comenius 2.1. zielt im besonderen auf die Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen ab. Im Projekt "Leben und Lernen in Grenzregionen" wird der Besuch von außerschulischen Lernorten verknüpft mit einem neuen Ansatz aus der Lerntheorie, welches die Suche nach Verstehen in den Mittelpunkt der Bildungsaufgabe stellt. Der Grund für Letzteres ist, dass im Klassenzimmer immer noch vornehmlich Wissen vermittelt wird und lehrerzentrierte Methoden vorherrschend sind, obwohl nach Ansicht vieler Lehrer kritisches Denken eine Grundvoraussetzung für die politische Bildung ist. Dazu ist eine breitere Palette von Kompetenzen erforderlich, die so genannten "Denkkompetenzen". Die Entwicklung der Denkkompetenzen ist ein Beispiel für lebenslanges Lernen; SchülerInnen haben die Möglichkeit Lernstrategien zu entwickeln.

Ziele

Das Projekt hat folgende Inhalte: Das Ziel des Projektes "Leben und Lernen in Grenzregionen" ist es, regionale Netzwerke zu bilden, in denen LehrerausbildnerInnen, ErwachsenenbildnerInnen und LehrerfortbildnerInnen gemeinsam mit MuseumspädagogInnen, Forschungsinstituten und LehrerInnen, Lehr- und Unterrichtsmaterial entwickeln. Diese Materialien sollen helfen den Besuch an außerschulischen Lernorten besser in den Lehrplan zu integrieren. Die Lehr- und Unterrichtsmaterialien unterstützen außerdem den Erwerb von Denkkompetenzen. Dieser methodologische Teil des Projektes übernehmen das ILS in Nijmegen (Niederlande) und das Ostfold University College HIOF in Halden (Norwegen). Beide sind Institutionen der LehrerInnenausbildung. Die anderen PartnerInnen entwickeln unter der Anleitung von ILS und HIOF Materialien für SchülerInnen aus ihrer Grenzregion.

Materialien

Die Materialien wurden für drei Grenzregionen entwickelt: die österreichisch-ungarische Grenzregion, die polnisch-tschechische Grenzregion und die deutsch-niederländische Grenzregion.
Die entwickelten Materialien wurden in einem Sammelband herausgegeben. Dieser enthält ebenfalls eine theoretische Einführung in die Entwicklung von Denkkompetenzen.

Koordination:

VHS Aachen (Deutschland)

Projektpartner:

Burgenländische Forschungsgesellschaft (Österreich)
Literaturhaus Mattersburg (Österreich)
Savaria Múzeum Szombathely (Ungarn)
Berzsenyi Dániel Föiskola Szombathely
(Ungarn)

Regionalny Osrodek Doskonalenia Nauczycieli "WOM" Bielsko Biala (Polen)
KVIC Karviná (Tschechische Republik)

ILS Nijmegen (Niederlande)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Deutschland)

Kontakt: Dr. Gert TSCHÖGL

BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-13
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
gert.tschoegl@forschungsgesellschaft.at

 


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Building Democracy - Learning from the Past for the Future
Ways not to forget and for understanding in European Border Regions

Demokratiekampagne der EU aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus / Generaldirektion Bildung und Kultur / Aufruf GD EAC 54/05

Die Menschen in Grenzregionen sind immer die ersten, die Konflikte zwischen Staaten zu spüren bekommen. Gerade die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, der Überfall auf die Nachbarländer waren prägende Erfahrungen der Menschen beiderseits der Grenzen in unseren Grenzregionen.

"Aus der Geschichte für die Zukunft lernen" heißt vor diesem Hintergrund, Verständnis wecken für die mit der unterschiedlich erlebten und/oder erlittenen Geschichte jener Jahre verbundenen Einstellungen und Sichtweisen und die Möglichkeit bieten, durch den Gedankenaustausch zwischen Menschen von den verschiedenen Seiten der Grenze eine neue Basis des Zusammenlebens zu finden. Das Projekt möchte an authentischen Orten mit dem Schicksal von Menschen konfrontieren, die unter der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten gelitten und ihr Leben verloren haben. Dabei sollen Klischees vermieden und Vorurteile abgebaut, aber historische Fakten deutlich gemacht und eindeutig benannt werden.

Die beteiligten Partner verfügen über langjährige Erfahrungen in diesem Themenbereich. Sie mussten jedoch in ihrer Arbeit auch feststellen, dass die Kenntnisse der Menschen in dem einen Land heute über die jeweils nationale "Geschichte der anderen" eher gering ist.

Ziele des Projektes:

Hauptaktivitäten im Projekt:

Koordination:

VHS Aachen Fachbereich politische Bildung (Deutschland)

Projektpartner:

Burgenländische Forschungsgesellschaft (Österreich)
Ministerium für Kultur und Medien, Denkmäler, Jugend und Sport der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (Belgien)
CEPAGE verviétois, Centre d'Education Populaire et d'Action Global d'Eveil (Belgien)

Kontakt: Dr. Gert TSCHÖGL

BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-13
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
gert.tschoegl@forschungsgesellschaft.at

 

Erwachsenenbildung im Grenzraum. Österreich – Ungarn – Slowakei
Ein Überblick über Angebotsstruktur und grenzüberschreitende Kooperationsformen

Grundtvig-2-Projekt innerhalb des Sokrates-Programms der EU

http://www.crossborder-cooperation.net

       

Fragestellungen

Diese Fragen sind Gegenstand einer vergleichenden Studie der vier Projektpartner aus Österreich, Ungarn und der Slowakei. Die Studie erhebt, kategorisiert und dokumentiert Art und Umfang der grenzüberschreitenden Kooperationsformen in der Erwachsenenbildung in den drei Grenzregionen. Die Ergebnisse erscheinen zusammen mit einem Handbuch der Erwachsenenbildung im Grenzraum Österreich-Ungarn-Slowakei.

Das Handbuch gibt einen Überblick über die Erwachsenen-bildungslandschaft in den drei Grenzregionen, enthält ein Adressverzeichnis und eine Beschreibung der Erwachsenenbildungseinrichtungen, die vergleichende Studie bisheriger grenzübergreifender Zusammenarbeit sowie Empfehlungen für zukünftige erfolgreiche grenzübergreifende Kooperationen.

Parallel dazu werden die Projektergebnisse auf der homepage www.crossborder-cooperation.net veröffentlicht, deren Kernstück die Datenbank mit Kontaktinformationen und Beschreibungen aller relevanten Erwachsenenbildungseinrichtungen im Grenzraum Österreich-Ungarn-Slowakei ist.

Koordination:

Burgenländische Forschungsgesellschaft (Österreich)

Projektpartner:

Dániel Berzsenyi Hochschule, Lehrstuhl für Erwachsenenbildung (Ungarn)
Comenius Universität, Lehrstuhl für Andragogik (Slowakei)
Bildungsakademie, Zweigstelle Trencín (Slowakei)

Kontakt: Mag.a Judith JAKOWITSCH

BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-14
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
judith.jakowitsch@forschungsgesellschaft.at

 


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POWER
Promotion of Women in European Regions

Grundtvig-2-Projekt innerhalb des Sokrates-Programms der EU

http://www.women-power.at

       

Ziele

Aktivitäten

Themenschwerpunkte

Teilnehmende sind Frauen sowie Frauen- und Gendereinrichtungen im österreichischen Bundesland Burgenland, in den ungarischen Komitaten Gyor-Moson-Sopron, Vas and Zala und in den slowakischen Regionen Bratislavsky kraj and Trnavsky kraj.

Kontakt: Mag.a Judith JAKOWITSCH

BURGENLÄNDISCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Research Society Burgenland
Burgenlandi Kutatótársaság
Burgenlandská Výskumná Spolocnost'
Domplatz 21 A-7000 Eisenstadt
Tel.: (00 43) 26 82 66 88 6-14
Fax: (00 43) 26 82 66 88 6-20
judith.jakowitsch@forschungsgesellschaft.at

 


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'frauenförderung + gender mainstreaming im burgenland'
Eine Entwicklungspartnerschaft im Rahmen des EQUAL-Programms der EU

Im EQUAL-Projekt 'frauenförderung + gender mainstreaming im burgenland' arbeiteten von September 2002 bis März 2005 insgesamt 14 Organisationen an innovativen Lösungen zur Implementierung der Strategie des Gender Mainstreamings im Burgenland. Ziel war die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verringerung der geschlechtsspezifischen Segregation am burgenländischen Arbeitsmarkt.

Frauenförderung und Gender Mainstreaming werden als zwei einander ergänzende Strategien zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Ungleichheiten betrachtet.
Gender Mainstreaming ist eine prozessorientierte Handlungsstrategie zur Durchsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern.
Geschlechtsspezifische Segregation bezeichnet die Tatsache, dass Frauen in weniger Berufen zu finden sind als Männer (horizontale Segregation) und ihre Aufstiegschancen geringer sind (vertikale Segregation).

Die Burgenländische Forschungsgesellschaft war an mehreren Aktivitäten der Entwicklungspartnerschaft beteiligt:

Durch Recherche und Aufbereitung regionaler und nationaler Daten zum Thema Frauenförderung und Gender Mainstreaming arbeitetete die Burgenländische Forschungsgesellschaft am Aufbau einer zentralen Kontakt- und Koordinierungsstelle für Frauenförderung und Gender Mainstreaming im Burgenland mit. Die BFG war auch für die Evaluierung der gesamten Entwicklungspartnerschaft sowie einzelner Teilaspekte verantwortlich.

In Veranstaltungen, Aktionen und mittels Informationsmaterialien sensibilisierte die Burgenländische Forschungsgesellschaft gemeinsam mit dem Frauenbüro des Landes Burgenland EntscheidungsträgerInnen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung für das Thema Gender Mainstreaming. Spezielle Zielgruppen der Öffentlichkeitsarbeit waren SchülerInnen und JournalistInnen.

Besonderen Wert legte 'frauenförderung + gender mainstreaming im burgenland' auf die Zusammenarbeit mit anderen österreichischen Entwicklungspartnerschaften (Netzwerk "A-gender") sowie auf die transnationale Zusammenarbeit mit den Entwicklungspartnerschaften "Ri.Do. Risorse Donne Venezia" in Italien und der "Partnership for Gender Equality of the County of Gävleborg" in Schweden. Die Burgenländische Forschungsgesellschaft war in beiden Netzwerken als ständiger Partner vertreten; in der transnationalen Partnerschaft war die BFG zudem für die Evaluierung mitverantwortlich.

Im Hinblick auf die kürzlich vollzogene Osterweiterung der EU ist der Burgenländischen Forschungsgesellschaft die Vernetzung burgenländischer und westungarischer Einrichtungen, die sich mit Frauenförderung und der Chancengleichheit von Frauen und Männern beschäftigen, ein wichtiges Anliegen. Persönliche Kontakte, erhöhtes Wissen über die Situation von Frauen beiderseits der Grenze und die Entwicklung gemeinsamer Strategien zur Durchsetzung von Gender Mainstreaming sollen u. a. zum Abbau von Ängsten in bezug auf die EU-Mitgliedschaft Ungarns - vor allem hinsichtlich des Frauenarbeitsmarktes - beitragen.

Die Entwicklungspartnerschaft wurde im Rahmen des EQUAL-Programms der EU zu gleichen Teilen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF und aus nationalen Mitteln finanziert. EQUAL ist eine europäische Gemeinschaftsinitiative mit dem Ziel der Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten am Arbeitsmarkt.

Kostenlose Zusendung von schriftlichem Informationsmaterial.

 


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Grenzüberschreitende Arbeitsmarktbeziehungen
Burgenland und Westungarn.

Ein Projekt der Burgenländischen Forschungsgesellschaft, in Kooperation mit dem Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitut der ungar. Fachgewerkschaft MSZOSZ
 
Projektleitung: Andreas Polsterer / Szilvia Borbély (MSZOSZ)
 

Der Fall des Eisernen Vorhanges 1989 und der österreichische EU-Beitritt 1995 haben dem burgenländisch-westungarischen Grenzraum neue Chancen eröffnet. Die EU-Förderungen im Burgenland und die bisher ungenutzten Marktpotentiale in Ungarn bieten gute Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung.

Ein besonders sensibler Bereich in diesem Zusammenhang ist der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist eine zusammenfassende Darstellung der grenzüberschreitenden Arbeitsmarktbeziehungen zwischen Burgenland und Westungarn seit 1989 unter Berücksichtigung der mittlerweile entstandenen rechtlichen Grundlagen. Als Quelle dienen die vorhandenen statistischen Daten sowie einschlägige Publikationen.

Das vorliegende Projekt beschäftigt sich mit den möglichen Auswirkungen der freien Arbeitsmigration zwischen Ungarn und Österreich nach der EU-Erweiterung und nach einer vollständigen Liberalisierung des Arbeitsmarktes. Über den tatsächlichen Umfang der Migration gibt es die unterschiedlichsten Vorhersagen, welche von den ungarischen und österreichischen Projektpartnern in ihrer Analyse aufgearbeitet wurden.

Das Projekt soll die bestehenden Forschungen zu dem Thema zusammenfassen, und mit den Ergebnissen der eigenen Untersuchung zusammenführen.

Das Projekt möchte die bestehenden Erfahrungen zusammenfassen, aber auch eine wenig bekannte Seite der Thematik aufzeigen. Unter Berücksichtigung der Daten der Arbeitsmarktorganisationen und der zusätzlichen Experteninterviews soll auch ein Bild des „grauen“ und „schwarzen“ Arbeitsmarktes und seiner Folgen für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern gezogen werden. Um die öffentliche Diskussion und die Entwicklung der einzelnen Standpunkte zu untersuchen, bedient sich die vorliegende Studie zahlreicher Publikationen von österreichischen und ungarischen Sozialpartnern (Parteien, Arbeitgeberorganisationen, Kammern, Gewerkschaften).

Hauptelemente der Studie sind:

  • Sammlung und Auswertung von wissenschaftlichen Studien aus Österreich und Ungarn
  • Analyse des derzeitigen legalen Arbeitsmarktes unter Verwendung der neuesten Daten der Arbeitsmarktservices beider Länder
  • Analyse der bestehenden Arbeitsmigration unter Verwendung von Daten aus Westungarn und dem Burgenland
  • Untersuchung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen zur legalen Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte in Österreich; Entwicklung einschlägiger Gesetze und Abkommen im zeitlichen Längsschnitt
  • Aufzeigen der Problematiken der illegalen Beschäftigung, mögliche Lösungsansätze
  • Sammlung und Auswertung von Positionspapieren und sonstigen Publikationen von Interessensvertretungen (Parteien, Sozialpartner, Verwaltungsbehörden).

Die Projektberichte sind im Büro der BFG beziehbar bzw. über die BFG-Homepage als PDF-Datei verfügbar (siehe unten).

Download des Projektberichtes (PDF-Format)

Kontakt:
Alfred Lang alfred.lang@forschungsgesellschaft.at
Dr. Szilvia Borbély h10095bor@ella.hu Homepage:www.konfoderaciok.hu/mszeib

 


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Vertrieben.
Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen
       

Vertrieben.
Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen.

Bildband und Webseite der Burgenländischen Forschungsgesellschaft
 
Projektleitung: Gert Tschögl
 

Das Projekt "Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen." dokumentiert in Form zeitgeschichtlicher Interviews Lebensgeschichten von Personen, die im Jahre 1938 aus den ehemaligen jüdischen Gemeinden des Burgenlandes emigrieren mussten und gibt somit erstmals einen breiten Einblick in das persönliche Schicksal dieser burgenländischen Familien. Darüber hinaus werden auch Interviews mit jüdischen Verfolgten aus den benachbarten ungarischen Grenzorten geführt. Diese standen oft in familiären oder anderen Beziehungen zum Burgenland. Das Projekt füllt damit auch eine Lücke im Bereich der Erforschung der jüdischen Geschichte des Burgenlandes und der angrenzenden ungarischen Regionen. Die Interviews und Fotografien aus dem Privatbesitz der Interviewten werden in einem Bildband publiziert.

Schwerpunktthemen der Interviews sind:

  • Erinnerungen an das jüdische Leben im Burgenland bis 1938.
  • Die Vorgänge der Vertreibung und Enteignung in den Jahren 1938 bis 1945.
  • Die Umstände der Emigration und der ersten Jahre des Lebens in der Emigration.
  • Die gegenwärtigen Beziehungen zum Burgenland.

Im Frühjahr dieses Jahres wurde in Stadtschlaining das Projekt "Welcome to Stadtschlaining" realisiert. Auf die Initiative von CONCENTRUM (Forum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene), dem Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) und der Stadtgemeinde Stadtschlaining wurden aus der Region stammende BurgenländerInnen, die im Jahre 1938 aus Österreich flüchten mussten, in die ehemalige Heimat eingeladen. Dieses Projekt nahm die Burgenländische Forschungsgesellschaft zum Anlass, erste Interviews mit einigen der eingeladenen Gäste zum Projekt "Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen." durchzuführen. Grundlage des Projekts sind diese und weitere Interviews mit 1938 emigrierten jüdischen BurgenländerInnen. Die aufgezeichneten Videos bilden das Ausgangsmaterial für die mediale Umsetzung.

Die einzelnen Interviews werden Facetten und Sichtweisen zur burgenländischen Zeitgeschichte freigeben, indem in den Interviews die Zusammenhänge mit zeitgeschichtlichen Ereignissen und Erinnerungen gesucht werden. Die Publikation richtet sich vor allem an das allgemeine, an Lebensgeschichten und am Schicksal der Juden und Jüdinnen interessierte Publikum. Der Band wird zweisprachig (englisch/deutsch) herausgegeben, um ihn weltweit einem englischsprachigen Publikum, unter anderem auch nichtdeutschsprachigen Nachfahren emigrierter burgenländischer Familien, zugänglich machen zu können. Die Publikation eignet sich auch als Dokumentationsmaterial für zeitgeschichtliche und jüdische Archive, Sammlungen, Museen und sonstige Dokumentationsstellen im nichtdeutschsprachigen Raum.

Insgesamt stellt dieses Projekt eine bisher einmalige Dokumentation des burgenländisch-jüdischen Lebens dar und füllt damit eine wichtige Lücke im Bereich zeitgeschichtlicher Dokumentation und politischer Bildung.

Die Publikation erschien 2005. Buchbestellung

Mehr Informationen auf  www.forschungsgesellschaft.at/vertrieben.htm

 

Qualifikation und Erwerbstätigkeit
von Frauen im Burgenland

Burgenländische Forschungsgesellschaft im Auftrag der Burgenländischen Landesregierung, Landesrätin Verena Dunst
 
Projektleitung: Judith Jakowitsch

Die Studie "Qualifikation und Erwerbstätigkeit von Frauen im Burgenland" fasst erstmals in umfangreicher Weise vorhandene Untersuchungen zu den Themenbereichen Frauenqualifikation und Frauenerwerbstätigkeit im Burgenland zusammen und gibt in Form einer sekundärstatistischen Analyse, ergänzt durch Interviews mit ArbeitsmarktexpertInnen, einen Einblick in die Situation burgenländischer Frauen im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt.

Die frauenspezifischen Daten wurden in Relation zur Situation burgenländischer Männer sowie zur Situation von Frauen und Männern in den anderen österreichischen Bundesländern gesetzt. Veränderungen in Ausmaß und Qualität der Bildungs- und Erwerbsbeteiligung burgenländischer Frauen werden durch Zeitreihen sichtbar gemacht.

Inhaltliche Schwerpunkte der Studie sind:

  • Demographische Daten
  • Qualifikation und berufliche Ausbildung von Frauen im Burgenland
  • Erwerbsstruktur und Entwicklung der Frauenbeschäftigung im Burgenland
  • Hemmnisse der Frauenerwerbstätigkeit - Determinanten der Frauenarbeitslosigkeit
  • Institutionelle Kinderbetreuung im Burgenland
  • Beratung, Qualifizierung, Weiterbildung und Wiedereinstiegshilfen für arbeitslose und/oder karenzierte Frauen im Burgenland

Die Beteiligung der Frauen am Erwerbsleben stieg auch in ländlichen Regionen. Weibliche Erwerbsarbeit entwickelte sich von einer „Überbrückung" der Zeit zwischen Schule und Heirat (meist nicht mehr als fünf Jahre, an die keine besonderen Ansprüche zu stellen waren) zu einem mehr und mehr sinn- und identitätsstiftenden Lebensbestandteil. Die Analysen der Daten zum Niveau der Ausbildung und Erwerbsbeteiligung in der letzten Dekade weisen auf gewisse Verbesserungen der Situation der Frauen relativ zu Männern hin. Wenn wir allerdings die Strukturmerkmale der Entwicklung näher betrachten, so zeigt sich ein enormes Beharrungsvermögen traditioneller Ausbildungsentscheidungen nach Geschlecht und daraus abgeleitet eine anhaltende geschlechtsspezifische Segmentierung der Beschäftigung. Die Konzentration der Frauenbeschäftigung auf traditionelle - strukturschwache - Konsumgüterproduktion und Dienstleistungen, etwa als Verkäuferinnen und als Bürobedienstete, ist auch in den letzten beiden Jahrzehnten erhalten geblieben.

Dazu kommt als weiterer Faktor die Tatsache, dass das Risiko, arbeitslos zu werden, mit sinkender Qualifikation steigt. Da Frauen noch immer ein schlechteres formales Bildungsprofil aufweisen, wirkt sich dies wiederum für Frauen ohne Bildungsabschluss besonders negativ aus. Aufgrund der intensiven Betriebsansiedlungstätigkeit in den 60er, 70er und beginnenden 80er Jahren lag im Burgenland der Anteil der Frauen in der Industriearbeit an der Österreichspitze. Sogenannte „ungelernte" Frauen verrichteten in den burgenländischen Fabriken meist Schicht- und Akkordarbeit zu sehr niedrigen Löhnen.

Die besondere Betroffenheit von Arbeitslosigkeit bezieht sich jedoch nicht nur auf die Arbeitslosenquote. Frauen sind im Durchschnitt auch länger arbeitslos als Männer. Das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nahm seit den 80er Jahren auch in Österreich deutlich zu. Österreichweit waren 1996 und 1997 Frauen in fast allen Altersstufen deutlich stärker von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Männer. Dies trifft vor allem auf die jungen Berufseinsteigerinnen zwischen 15 und 19 Jahren, auf ältere Arbeitnehmerinnen und auf Frauen ohne Pflichtschulabschluss zu.

Die überdurchschnittlichen Arbeitslosenquoten von Frauen sind nicht zuletzt in einem direkten Zusammenhang mit der Geburt von Kindern und deren Versorgung zu sehen. An die Stelle des „Zwei-Phasen-Modells" (Ausbildung - Erwerbsarbeit bis zum ersten Kind - Ausscheiden aus dem Erwerbsleben) trat das „Drei-Phasen-Modell" (Ausbildung - Erwerbsarbeit bis zum ersten Kind - Familienphase - Arbeit).

Nach der Mutterschaftskarenz haben es Frauen besonders schwer, wieder einen Arbeitsplatz zu finden. So ist auch der Anteil der Arbeitslosen bei den Bezieherinnen des erhöhten Karenzgeldes überdurchschnittlich hoch. Vor allem junge Mütter mit geringer Berufserfahrung oder noch nicht abgeschlossener Berufsausbildung haben eine sehr geringe Chance, einen Job zu finden.

In einer von jeher strukturschwachen Region wie dem Burgenland stellen sich diese Probleme in verschärfter Weise, und hier wieder im Süden des Landes stärker als im Norden.

Download der Studie (Langfassung, PDF-Format)
Download der Studie (Kurzfassung, PDF-Format)

Kontakt:
Mag. Judith Jakowitsch  judith.jakowitsch@forschungsgesellschaft.at

 


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REREAL.
Open Flexible Learning
       
Kulturperspektiven Burgenland

Roma und Sinti im Burgenland 1945-1999
zur aktuellen Situation einer Volksgruppe

Forschungsprojekt im Auftrag des BMWV

Projektleitung: Gerhard Baumgartner
 

Wieviele Roma und Sinti heute in Österreich, respektive im Burgenland leben, läßt sich nur schätzen. Bei der Volkszählung 1991 gaben im Burgenland nur 95 Personen auch Romanes als Umgangssprache an. Schätzungen von Vertretungsvereinen der Volksgruppe schwanken zwischen 10.000 und 40.000 Romanes-Sprechern in Österreich.

Sprachlich und kulturell zerfällt die Minderheit in mehrere Gruppen. Die am längsten hier ansässige Gruppe bilden die sogenannten Burgenland-Roma, die seit dem 16. Jahrhundert nachweislich im Burgenland siedeln. Im 19. Jahrhundert wanderten zudem auch sogenannte Lovara-Gruppen aus dem slowakisch-ungarisch-karpatoukrainischen Grenzgebiet in die Region um den Neusiedlersee ein. Etwa zur selben Zeit kamen auch die ersten Sinti aus Böhmen und Bayern nach Österreich. Im Zuge der Gastarbeiterwanderung in den sechziger und siebziger Jahren wurden auch zahlreiche Roma aus Serbien, der Vojvodina und aus Makedonien in Österreich heimisch.

Nach der Deportation von rund 5.000 österreichischen Roma und Sinti in die Vernichtungslager nach Auschwitz, Lodz und Chelmo kehrten nach 1945 geschätzte 700 Roma wieder in ihre burgenländischen Heimatdörfer zurück. Erst auf Drängen der Opferverbände wird den ehemaligen KZ-Häftlingen unter den Roma und Sinti ab 1961 schließlich eine Opferrente zuerkannt, erst 1984 werden die überlebenden Insassen des sogenannten "Familienlagers" Lackenbach mit anderen KZ-Häftligen gleichgestellt. 1989 wird der erste Romaverein in Oberwart gegründet, 1993 folgt die Anerkennung als österreichische Minderheit. Im Februar 1995 fallen vier Roma aus Oberwart einem Bombenanschlag zum Opfer. Es ist dies der schwerste minderheitenfeindliche und politisch motivierte Terroranschlag der Zweiten Republik.

Hauptproblem der fachlichen Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten dieser Volksgruppe ist das Fehlen jedweder abgesicherter Daten über Sprachverhalten, soziale Gliederung, Siedlungstruktur, etc. Zwar gibt es verschiedene Einzelbeschreibungen gewisser Teilaspekte der Romakultur, wie etwa des Liedgutes oder ihrer traditionellen Lebensformen, es fehlt aber eine wissenschaftlich abgesicherte Dokumentation der Entwicklung dieser Minderheit nach 1945. Auch unterliegt die Zugehörigkeit zur Volksgruppe selbst oft widersprüchlichen Kriterien der Eigen- und Fremdzuschreibung. Nicht jeder, der als Rom oder "Zigeuner" gesehen wird, identifiziert sich mit dieser Gruppe, während andere, die sich selbst sehr wohl als Roma verstehen, zum Beispiel nicht mehr Romanes sprechen. Unter Berücksichtigung der genannten historischen und sozialen Aspekte richtet sich das Hauptaugenmerk dieses Projektvorhabens auf folgende Schwerpunktthemen:

A)
Zum einen soll die Rückkehr der verschleppten Roma und Sinti in ihre burgenländische Heimat, die Fragen der Restitution ihres enteigneten und teilweise zerstörten Besitzes sowie Ausmaß und Handhabung der Opferfürsorgeverfahren aufgrund von Archivbeständen nachgezeichnet werden. Weiters sollen die Probleme der Einschulung der Kinder, der Integration auf dem Arbeitsmarkt der Nachkriegszeit sowie Fragen der sozialen Integration und Segregation in den einzelnen burgenländischen Dörfern dokumentiert werden.

B)
In einer Fragenbogenerhebung sowie einer Reihe von Experteninterviews werden folgenden Bereiche untersucht: Wohnsituation, Bildungschancen, Lehrstellenproblematik, saisonale Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, bevorzugte Gewerbebereiche der Selbständigen, Abwanderung nach Wien, Verkehr mit lokalen Behörden, Sozialeinrichtungen und Behörden in der Wahrnehmung der Volksgruppenangehörigen und in der Wahrnehmung der Institutionenvertreter, Entwicklung und Standardisierung der Sprache, Öffentlichkeit versus Nichtöffentlichkeit einer über Jahrhunderte privatisierten Kulturtradition, Identifikationsgrad mit einer Gruppenidentität.

C)
Die Ergebnisse dieser Befragung und der Tiefeninterviews dienen in der letzten Phase des Projektes der Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs für den schulischen Bereich, für sprach-, kultur- und sozialpolitische Maßnahmen, sowie Maßnahmen der gezielten Arbeitsmarkt- und Unternehmensförderung, die von den Projektmitarbeitern, Vertretern der offiziellen Romavereine und beigezogenen wissenschaftlichen Experten ausgearbeitet werden. Diese sollen eine wissenschaftlich fundierte und mit den Minderheitenvertretern akkordierte Leitlinie für weitere Schritte in der Zusammenarbeit zwischen Volksgruppe und öffentlichen Einrichtungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene bieten.

Das Forschungsprojekt wurde 2004 publiziert:
Baumgartner, Gerhard / Freund, Florian: Die Burgenland Roma. 1945-2000. Eine Darstellung der Volksgruppe auf der Basis arichvalischer und staistischer Quellen. ( = Burgenländisches Landesarchiv (Hg): Burgenländische Forschungen, Band 88, Eisenstadt 2004).

 


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bfpe
Burgenländische Forschungs- u. Projektentwicklungs EWIV
       

 


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Radio za dicu
Kinderradio in mehrsprachigen Regionen am Beispiel der Burgenlandkroaten

Forschungs- und Bildungsprojekt der Burgenländischen Forschungsgesellschaft
 
Projektleitung: Petra Herczeg, Andrea Kaiser
 

Der Schlüssel für das Überleben einer Sprache ist naturgemäß ihre Verwendung. Dies sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Gerade für Minderheiten- /Volksgruppensprachen beschränkt sich deren Gebrauch aber oft nur auf die private, also die dörfliche und familiale Umgebung, wobei sich auch diese sprachlichen „Rückzugsgebiete“ immer weniger intakt zeigen. Die Folge ist eine zunehmende Abkehr vom Gebrauch der Volksgruppensprachen. Dies vor allem bei den Angehörigen der jüngeren und jüngsten Generation. Ausgangsüberlegung dieses Projektvorhabens war es daher, das im Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen zu einem wichtigen Bestandteil avancierte Medium Radio als öffentliches „Sprachterrain“ für Volksgruppensprachen zu gewinnen, um auf diese Weise Sprachbewußtsein und Sprachkompetenz zu fördern. Dies erfordert allerdings sowohl auf theoretischer als auch auf praktisch-methodischer Ebene die Entwicklung spezieller Sendungskonzepte. Am Beispiel der burgenlandkroatischen Volksgruppensprache wurde im Rahmen dieses Projektes versucht, ein solches Konzept zu realisieren. Dies sollte durch folgende Arbeitsschritte erreicht werden.

Quantitative Erhebung
Für die Erhebung der Mediennutzungsgewohnheiten, dem Sprachimage und dem Sprachgebrauch des Burgenlandkroatischen wurde eine repräsentative Befragung von Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren durchgeführt. Diese Untersuchung fand in insgesamt 13 burgenländischen Schulen – davon in 9 Volksschulen, 2 „zweisprachigen“ Hauptschulen, einem zweisprachigen Gymnasium sowie in 2 Gymnasien mit Kroatisch als Wahlpflichtfach statt. Darüber hinaus wurden auch an einem Schulstandort in Wien Teilnehmer eines kroatischen Sprachkurses befragt. Als eines der wichtigsten Ergebnisse dieser empirischen Untersuchung kann festgehalten werden, daß die befragten Kinder – unabhängig von ihren Kroatischkenntnissen - sich in hohem Maße bereit zeigen, kroatische Radio- als auch Fernsehsendungen zu konsumieren.

Qualitative Erhebung
Um herauszufinden, welche Gestaltungsrichtlinien für zweisprachiges Kinderradio relevant sind, wurde ein Erfahrungsaustausch mit walisischen, ladinischen und rätoromanischen Radiomachern eingeleitet. Die Ergebnisse dieses Projektbausteines mündeten schließlich in ein „Experteninterview “(Gruppendiskussion) mit nationalen Radiomachern und Pädagogen.

Produktion und Evaluation eigener Radiobeiträge
Auf Basis dieser Vorarbeiten wurden an fünf verschiedenen Schulstandorten Medienwerkstätten eingerichtet. Kinder erstellten dabei gemeinsam mit Lehrern nach einer kurzen technischen Einschulung (Radio und Mikrofontechnik) eigene Sendungsbeiträge. Darüberhinaus wurden von Professionalisten Sendungselemente produziert, in welchen versucht wurde, die unterschiedlichen kroatischen Sprachkompetenzen und Interessen der Zielgruppe umzusetzen. In einem weiteren Schritt wurden die produzierten Beiträge von den Kindern selbst im Rahmen eines mehrstufigen Verfahrens evaluiert. Das Interesse konzentrierte sich dabei insbesondere auf jene Beiträge, die von Kindern selbst produziert wurden. Beiträge in kroatischer Sprache, die technisch sehr gut aufbereitet waren und in denen mehrere Sprecher vorkamen, wurden tendenziell besser bewertet und verstanden als Beiträge, die nur von einer Person vorgelesen wurden (auch Kinder mit nur geringen Kroatischkenntnissen hatten zumindest das subjektive Gefühl mehr zu verstehen).

Radio in der Volksgruppensprache zeigt sich damit als ein durchaus attraktives Medium für Kinder. Dies insbesondere dann, wenn gezielt die Interessen und die unterschiedlichen Sprachkompetenzen im Produktionsprozess von Radiobeiträgen bzw. –sendungen berücksichtigt werden. Darüberhinaus kann die Akzeptanz für Kinderradio in Volksgruppensprachen durch die Kooperation von Radiomachern und Pädagogen erhöht werden und damit auch als ein erfolgreiches Mittel zur Förderung der Sprachkompetenz und des Sprachbewußtseins eingesetzt werden.

Der Endbericht ist bei der Burgenländischen Forschungsgesellschaft erhältlich.

 


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Gleichheit - Verschiedenheit
Wandel und Differenzierung von Lebensformen und Bewußtsein im Burgenland. Geschlechtsspezifische Unterschiede in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft

Forschungsprojekt im Auftrag der Frauen- und Familienförderungsstelle der Burgenländischen Landesregierung
 

Im Jänner 1994 beauftragte die Frauen- und Familienförderungsstelle der Burgenländischen Landesregierung die Burgenländische Forschungsgesellschaft mit der Durchführung einer Grundlagenstudie zum Thema Geschlechtsspezifische Unterschiede in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft im Burgenland. Ziel der vorliegenden Studie ist es, einerseits den Ist-Zustand der Lebenssituation von Frauen und Männern sowie von Familie und Partnerschaft im Burgenland empirisch darzustellen, andererseits Grundlagen für frauen- und familienpolitische Forderungen und Maßnahmen aufzuzeigen.

Als Vorgangsweise wurde ein dreigeteilter Untersuchungsansatz gewählt:
* Quantitative Erhebung:
Mittels großteils standardisiertem Fragebogen wurden vom Mai bis Juli 1994 ca. 600 Burgenländerinnen und Burgenländer im Alter von 20 bis 54 Jahren sowohl zu ihrer persönliche Situation (Ausbildung, Beruf, Partnerschaft, Freizeitverhalten, Gesundheit) als auch bezüglich der Einstellung zu geschlechtsspezifischen Problemen, Partnerschaft und zu familienpolitischen Maßnahmen befragt.
* Qualitative Erhebung:
Ergänzend und zur Überprüfung der Fragebogenerhebung wurden im Juli und August 1994 zehn Tiefeninterviews mit Burgenländern/innen durchgeführt, die vor allem Fragen im sensitiveren Bereich – Rollenverständnis, Sexualität, materielle Situation, Gewalt – erfassen sollen. In drei Experten/innen-gesprächsrunden (Beruf, Familie/Partnerschaft, Gesellschaft/Öffentlichkeit) nahmen Personen, die mit Frauen- bzw. Familienangelegenheiten befaßt sind – Vertreter/innen von Arbeitsämtern, Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, Massenmedien, Medizin, Justiz, beruflichen Interessensvertretungen, Kirche, Politik – Stellung zu typischen Problemen ihres jeweiligen Arbeitsbereiches bzw. wurden mögliche Lösungsansätze diskutiert.
* Forschungsdokumentation:
Vorliegende Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Forschungsarbeiten zum Thema geschlechtsspezifische Unterschiede in Partnerschaft, Familie, Beruf und Gesellschaft im Burgenland.

Die Anzahl der Familien im Burgenland hat sich – einem österreichweiten Trend entsprechend – von 1981 bis 1993 um mehr als 10% auf insgesamt 78.300 erhöht. Während die Zahl der Familien steigt, sinkt die durchschnittliche Kinderzahl pro Familie von 1,32 (1981) auf 1,14 (1993). Der Anteil der Familien mit vier und mehr Kindern war 1981 doppelt so hoch wie 1993 (1.600 Familien). Der Trend geht in Richtung Kleinfamilien. Nach zwei rückläufigen Jahren nahm die Zahl der Eheschließungen im Jahre 1993 um 1,8 % auf 1.342 Trauungen zu. Zu Beginn der 70er Jahre lag der Anteil der Erst-Ehen an den Eheschließungen noch bei über 90 %. 1993 war es für 76 % der Ehepartner/innen die erste Ehe.

Obwohl die Zahl der unehelichen Geburten steigt, hat das Burgenland im Schnitt immer noch die geringste Unehelichenquote aller Bundesländer. Während in Österreich etwa jedes vierte Kind unehelich zur Welt kommt, sind es im Burgenland 15 %. Das Ansteigen der unehelichen Geburten sowie der Ehescheidungen – 1993 wurden im Burgenland 349 Ehen geschieden – hat eine Zunahme an Alleinerziehern/innen zur Folge. Alleinerzieher/innen sind zum Großteil Frauen.
 
Der Endbericht ist als Kurz- oder Langfassung bei der Burgenländischen Forschungsgesellschaft erhältlich.
 

 


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Ethnizität im Burgenland

Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
 

Seit der Entstehung des Burgenlandes 1921 leben hier die Volksgruppen der Kroaten, Ungarn und Roma (1923: Kroaten 15 %, Ungarn 4 %, Roma 3 % der Bevölkerung). Das Projekt "Ethnizität im Burgenland" hatte zum Ziel:

1. Sichtung vorhandener Forschungsergebnisse, Identifikation offener Forschungsfragen zum Themenkomplex "Gegenwart und Zukunft der ethnischen Gruppen im Burgenland", Formulierung und Operationalisierung eines Fragenkatalogs.

2. Repräsentativerhebung zum Thema "Minderheitensprachen" mit den Schwerpunkten: Erwerb, aktuelle Verwendung und Weitergabe des Kroatischen bzw. Ungarischen im Burgenland auf Basis einer 4%-Stichprobe aller burgenländischen Haushalte. Die Erhebung wurde in Absprache und mit Unterstützung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung (Abt. Statistik) durchgeführt.

3. Vergleich der Fremdsprachenkenntnisse mit den Muttersprachenkenntnissen im Burgenland durch Vergleich der Ergebnisse des Mikrozensus 1990/1 (Sprachkenntnisse) mit den Ergebnissen der in Punkt 2 angeführten Erhebung. Zu fragen war, wie sich die (Fremd-)Sprachenkenntnisse von Kroatisch und Ungarisch sprechenden Personen von jenen der Burgenländer/innen mit deutscher Muttersprache unterscheiden.

Heute ist das Bekenntnis zur ungarischen Sprache fast völlig verschwunden. Gepflegt wurde und wird das Ungarische von den verbliebenen Angehörigen des ehemals magyarischen Adels und Bürgertums sowie in den Sprachinseln der Wart. Der Anteil der deklarierten Kroaten geht kontinuierlich zurück. Das Kroatische überlebte in mehreren Sprachinseln, wobei ein hoher Agraranteil, eine starke Bindung an die katholische Kirche und eine ÖVP-Mehrheit auf Gemeindeebene das Bekenntnis zur Volksgruppe in der Regel stärkten.

Von den bis 1938 ansässigen Juden kehrten nach 1945 nur wenige ins Burgenland zurück. Auch von den 7000 - während der NS-Herrschaft internierten - Roma überlebte nur ein kleinerer Teil die Lager von Lackenbach und Salzburg-Maxglan oder das Ghetto von Lodz.

Für die Zukunft stellen sich folgende Fragen: Unter welchen Bedingungen können die Kroaten und Ungarn des Burgenlandes als ethnische Gruppe überleben? Von wem und in welchen Lebensbereichen wird Kroatisch bzw. Ungarisch derzeit aktiv oder passiv verwendet? In welchem Umfang werden Sprachkompetenzen heute in der Familie weitergegeben und/oder im Kindergarten und im Schulunterricht gestützt? Besteht die Perspektive einer kroatischen bzw. ungarischen Identität unabhängig von der Sprachverwendung?
 

Die Ergebnisse sind in der Publikation "Trendwende? Sprache und Ethnizität im Burgenland". Hg. von Werner Holzer und Rainer Münz, Wien 1993 dokumentiert.
(s. Publikationen)
 
 


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Zaun - Gespräche
Ein grenzüberschreitender Dialog

Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
 

Im Herbst 1989 - nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges - veranstaltete die Burgenländische Forschungsgesellschaft in Orten an der burgenländisch-westungarischen Grenze sogenannte Zaungespräche. Ziel dieser Veranstaltungen war es, Bewohner und Bewohnerinnen von benachbarten, aber durch die Staatsgrenze getrennten Orten zusammenzubringen. Es sollte die unterschiedliche Entwicklungen der Ortschaften dargestellt, Auswirkung der Grenzziehung erörtert und über die zukünftigen und möglichen Veränderungen gesprochen werden.

Die Veranstaltungen fanden meist in Dorfwirtshäusern statt, abwechselnd in ungarischen und burgenländischen Ortschaften und wurden zweisprachig geführt. Veranstaltungen wurden in sieben burgenländischen und westungarischen Dörfern durchgeführt (Ober- u. Unterbildein - Pornapáti/Pernau; Eisenstadt/Kismarton - Sopron/Ödenburg; Narda/Nahring - Schandorf/Cemba; Loipersbach/Lépesfalva - Ágfalva/Agendorf, Rábafüzes/Rabfidisch (Szentgotthard/Sankt Gotthard) - Heiligenkreuz/Rábakeresztur; Lutzmannsburg/Löszmand - Zsira/Tening).

Die Darstellung der Orte durch ihre Repräsentanten (Bürgermeister, Ortsvorsteher, Vereinsfunktionäre, Lehrerschaft etc.) verlief stereotyp: Die burgenländischen Vertreter/innen erzählten meistens von der „Modernisierung“ ihrer Ortschaft (z.B. Kanalisierung, Gehsteige, Kläranlage, Güterwege etc.) und vom regen Vereinsleben (Feuerwehr, Gesangs- und Musikverein, Dorfjugend etc); die ungarischen Vertreter/innen bedauerten ihre finanzielle Situation, die geringere Infrastruktur; die Vergangenheit wurde kritischer betrachtet. Viele Fragen zur Entwicklung dieser Ortschaftten und zur Auswirkung der Grenze auf die Bevölkerung wurden aber im Rahmen der Veranstaltungen nicht behandelt.

Im Jänner 1991 begann die Arbeit am Forschungsprojekt ZAUNGESPRÄCHE. Exemplarisch wurden vier Orte für die Erhebung ausgewählt (Ober-/Unterbildein - Felsö-/Alsobeled, Pornóapáti-Pernau, Schandorf-Cemba, Narda-Nahring). Die Orte wurden aufgrund der geographischen Nähe und der gemeinsamen Sprache gewählt. In Ober-/ Unterbildein (Österreich) und in Pornóapáti (Ungarn) wird hauptsächelich Deutsch gesprochen; Narda (Ungarn) und Schandorf (Österreich) sind kroatischsprachige Orte.

Die Schwerpunkte dieser Untersuchung stellten Sprache/Sprachentwicklung und die Veränderung der sozialen Kontakte durch die Grenzziehung in dieser Region dar. Ausgangsüberlegung war, daß sich gerade in Untersuchungsgemeinden, deren Bewohner/innen jeweils derselben ethnischen Gruppe angehören, Auswirkungen einer „toten Grenze“ in den Beziehungen, im Sprachverhalten und im Bewußtsein zeigen.

Auf lokaler Ebene ist es mit den Veranstaltungen der ZAUN - GESPRÄCHE gelungen, persönliche Kontakte zwischen Bewohnern/innen benachbarter Orte wieder aufzunehmen oder neu zu initiieren. Mit dem Forschungsprojekt ZAUN - GESPRÄCHE sollte die Bedeutung für und Auswirkung der Grenze auf die Lebensperspektiven von Dorfbewohnern/innen erforscht werden.
 

Die Ergebnisse sind in der Publikation "Hart an der Grenze. Burgenland und Westungarn", hg. v. Traude Horvath und Eva Müllner, Wien 1992 dokumentiert (s. Publikationen).
 
 

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