„Erneuerung“ – unter diesem Motto finden die Europäischen Tage der jüdischen Kultur im Burgenland zum nunmehr neunten Mal statt und werfen ein Schlaglicht auf die Geschichte, Traditionen und Bräuche der ehemaligen jüdischen Gemeinden des Burgenlandes und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Ein Motto das passender nicht sein könnte, denn heuer wurden die ehemaligen Synagogen in Stadtschlaining und Kobersdorf aufwendig restauriert und eröffnet. Auch diese beiden „erneuerten“ ehemaligen Synagogen werden in das diesjährige Programm der Europäischen Tage der jüdischen Kultur eingebunden und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In Eisenstadt lädt die Esterházy Privatstiftung ins Schloss Esterházy zur Kuratorenführung mit dem renommierten Historiker Dr. Felix Tobler. Er führt durch die Ausstellung „Schewa Kehilot“, die sich der Geschichte der Verbindung der Familie Esterházy mit den jüdischen Sieben-Gemeinden annimmt. Dabei wird man so manche Annahme über die frühe Zeit dieser Sieben-Gemeinden „erneuern“ müssen. Dr. Klaus Derks ruft in Gattendorf mit seinem Vortrag die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Gattendorf in Erinnerung, auf die – neben den bekannten Sieben-Gemeinden – oftmals vergessen wird. In Frauenkirchen trägt Dr. Herbert Brettl zur jüdischen Migration von Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts vor. Einblicke in die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Mattersburg liefert KR Michael Feyer in Form eines geführten Rundgangs.

Die aufwändig restaurierte ehemalige Synagoge von Kobersdorf steht den Besucherinnen und Besuchern in Form eines Vortrags von Dr. Hans Hagenhofer offen. Im Anschluss daran gibt es die Möglichkeit einem Rundgang durch die ehemalige jüdische Gemeinde mit Erwin Hausensteiner beizuwohnen. Ebenfalls zu einem Rundgang lädt Dr. Adalbert Putz. Er führt durch die ehemalige jüdische Gemeinde Deutschkreutz/Zelem. In Lockenhaus-Hochstraß öffnen Ruth Patzelt und Hans Raimund ihre private Bibliothek zur Geschichte des Judentums in Lockenhaus und dem Burgenland.

Durch die ehemalige jüdische Gemeinde von Rechnitz führen Engelbert Kenyeri, Mag.a Eva Schwarzmayer und Dr.in Christine Teuschler. In Stadtschlaining lädt die Friedensburg zu einem speziellen Erlebnis: Besucherinnen und Besucher werden durch die Jubiläumsausstellung, anlässlich des 100jährigen Bestehens des Burgenlandes geführt. Der Fokus der Führung liegt hierbei auf dem Thema des burgenländischen Judentums. Im Anschluss daran kann man die Ausstellung in der kürzlich renovierten ehemaligen Synagoge besuchen. Bei kaum einer anderen ehemaligen jüdischen Gemeinde des Burgenlandes passt der Begriff „Erneuerung“ besser als bei Oberwart. Warum das so ist, davon erzählt die Historikerin Dr.in Ursula Mindler-Steiner in ihrem Vortrag. Im Anschluss daran führt sie die Besucherinnen und Besucher vom Vortragsort zum jüdischen Friedhof von Oberwart. In Güssing können Besucherinnen und Besucher beim geführten Rundgang mit Karl-Heinz Gober, BA, MA tief in die Geschichte der südlichsten ehemaligen jüdischen Gemeinde des Burgenlandes eintauchen.

Aufgrund der beschränkten räumlichen Kapazitäten ist in Eisenstadt und Stadtschlaining eine Anmeldung erforderlich. Bei allen anderen Veranstaltungen ist eine Anmeldung erwünscht.

Wer virtuelle Rundgänge durch ehemals jüdische Gemeinden des Burgenlandes schon jetzt erleben möchte ist herzlich eingeladen die Homepage der Burgenländischen Forschungsgesellschaft zu besuchen: www.forschungsgesellschaft.at/routes.