Nachdem die Europäischen Tage der jüdischen Kultur im Burgenland letztes Jahr, bedingt durch die Covid-Pandemie, ausschließlich im Internet stattgefunden haben, gab es dieses Jahr wieder Präsenzveranstaltungen, bei denen man im Rahmen von Vorträgen, Rundgängen und Lesungen der ehemaligen jüdischen Gemeinden und ihre Bewohnerinnen und Bewohner gedenken konnte. Darüber hinaus wurden Inhalte im Internet zugänglich gemacht, die auch über den 5. September hinaus zugänglich sind.

Im Burgenland wurden zum bereits achten Mal Geschichte, Traditionen und Bräuche des europäischen Judentums einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Unter dem Motto „Dialog“ wurde in elf Gemeinden die Möglichkeit geboten, Spuren ehemaligen jüdischen Lebens im Burgenland zu entdecken. Das diesjährige Veranstaltungsangebot erstreckte sich von Kittsee im Norden bis Güssing im Süden.

In Kittsee erwartete die Besucherinnen und Besucher die Präsentation des Buches „Über den dunklen Fluss“, das im Lex Liszt 12 Verlag erschien. Dabei handelt es sich um die Übersetzung eines Buches von Peter de Mendelssohn, das die Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus Kittsee und Pama zum Inhalt hat. Im benachbarten Gattendorf fand ein Vortrag von Dr. Klaus Derks zur Geschichte der oftmals vergessenen ehemaligen jüdischen Gemeinde von Gattendorf statt. Ein geführter Rundgang von Dr. Herbert Brettl erwartete die Besucherinnen und Besucher in Frauenkirchen. Im Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt gab es unter dem Titel „Kriminelle Energie“ eine Lesung und ein Gespräch mit dem Universitätsprofessor und Krimiautor Gerhard Langer. Einblicke in die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Mattersburg lieferte KR Michael Feyer in Form eines geführten Rundgangs.

In Kobersdorf lud Erwin Hausensteiner zu einer Lesung aus der Neuauflage seines Buches zur ehemaligen jüdischen Gemeinde von Kobersdorf. Im Anschluss daran bestand die Möglichkeit einem Rundgang beizuwohnen. Dr. Adalbert Putz lud in der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Deutschkreutz/Zelem zu einer Lesung ins Carl Goldmark Museum. Hierbei wurden Texte gelesen, die sich auf diese, zeitweise größte jüdische Gemeinde des Burgenlandes bezogen. In Lockenhaus führten Ruth Patzelt und Mag.a Denise Steiger durch das jüdische Lockenhaus. Beginnend mit 5. September wurden zusätzlich auf der Homepage www.shalom-lockenhaus.at neue Inhalte zur Geschichte des jüdischen Lockenhaus zugänglich gemacht.

Durch die ehemalige jüdische Gemeinde von Rechnitz führten Engelbert Kenyeri, Mag.a Eva Schwarzmayer und Dr.in Christine Teuschler. In Stadtschlaining konnten Interessierte Mag.a Dr.in Lisa Fandl bei einem geführten Rundgang durch Stadtschlaining folgen. Ausgangspunkt war die Evangelische Kirche, wo die Gruppe Quattro Grammo mit Klezmer-Musik zu hören war. In Güssing konnten Besucherinnen und Besucher beim geführten Rundgang von Karl-Heinz Gober, BA, MA tief in die Geschichte der südlichsten ehemaligen jüdischen Gemeinde des Burgenlandes eintauchen.

Wer virtuellen Rundgänge durch ehemals jüdische Gemeinden des Burgenlandes erleben möchte ist herzlich eingeladen die Homepage der Burgenländischen Forschungsgesellschaft zu besuchen: www.forschungsgsellschaft.at/routes.