Alfred Lang, im Auftrag des
CBCnet Projektkonsortiums (Hg.)
GRENZEN ÜBERSCHREITEN
Empfehlungen zur Förderung
der grenzübergreifenden Erwachsenenbildung in Europa
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Bildungssuchende und Lernende in Grenzregionen sind mit Problemen wie unterschiedlichen Zugangsbedingungen zu den jeweiligen Bildungssystemen, unterschiedlichen administrativen Strukturen oder nur schwer miteinander vergleichbaren Bildungsabschlüssen konfrontiert. Aber auch verschiedene Sprachen und unterschiedliche kulturelle Werthaltungen sowie historische Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle. Institutionen der Erwachsenenbildung, die grenzübergreifend zusammenarbeiten wollen, müssen mit unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen oder nicht genügend aufeinander abgestimmten Förderprogrammen zu Rande kommen. Es gibt auch kein eigenes europäisches Bildungsprogramm, das die Förderung grenzübergreifender Bildungskooperationen zum Schwerpunkt hat, im Gegenteil, das im Sokrates/Grundtvig oder Leonardo ca Vinci Programm sehr wichtige Kriterium der geografisch möglichst breitgestreuten Projektpartnerschaften ist für die Umsetzung von Grenzraumprojekten geradezu ein Hindernis.
An vielen europäischen Binnengrenzen haben sich verschiedene Modelle grenzüberschreitender Bildungskooperationen entwickelt und etabliert, wobei Art und Ausmaß der Kooperation sehr unterschiedlich ist. Die Palette der Modelle reicht von gemeinsamen Sprachkursen benachbarter Volkshochschulen bis hin zu beruflichen Aus- und Weiterbildungszentren, an denen gleich mehrere Nachbarstaaten beteiligt sind. Ganz besonders wichtig sind grenzübergreifend Kooperationen in jenen Regionen, die eine gemeinsame Grenzen mit einen oder mehreren der zehn neuen Mitgliedsländern haben. Hier steht der Prozess der Europäischen Integration vor einer ganz besonderen Herausforderung, da die Harmonisierung ökonomischer, sozialer, kultureller und nicht zuletzt bildungspolitischer Standards weitaus größere Anstrengungen erfordert, als dies oftmals an den Binnengrenzen der bisherigen fünfzehn EU Mitgliedstaaten der Fall ist. Von großer Bedeutung sind auch Kooperationen an den neuen EU Außengrenzen.
Unmittelbares Ziel von CBCnet war es, Einrichtungen der Erwachsenenbildung die an Binnen- oder Außengrenzen der Europäischen Union grenzübergreifende Bildungsarbeit leisten oder eine solche aufbauen wollen miteinander in Kontakt zu bringen um auf die spezifische Situation von Bildungseinrichtungen in europäischen Grenzregionen hinzuweisen und auf die besondere Bedeutung der grenzübergreifender Bildungsarbeit aufmerksam zu machen. Damit soll die grenzübergreifende Bildungsarbeit in Europa intensiviert und die Arbeit der damit befassten Einrichtungen unterstützt und gestärkt werden.
CBCnet will mit der vorliegenden Broschüre die begonnene Arbeit weiterführen, wobei vor allem zwei Zielgruppen angesprochen werden: (1) politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf europäischer, nationalstaatlicher und regionaler Ebene. Ziel ist es, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger für die besondere Bedeutung von grenzübergreifender Bildungsarbeit zu sensibilisieren und die in dieser Broschüre formulierten Anliegen in die entsprechenden Bildungsprogramme einfließen zu lassen. (2) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Praxis der Erwachsenenbildung, vor allem von Bildungseinrichtungen in europäischen Grenzräumen. Sie sollen ermuntert werden, grenzübergreifende Kooperationen zu initiieren und zu einer Intensivierung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in den europäischen Grenzregionen beizutragen.
Aus dem Inhalt:
1. Grenzüberschreitende Erwachsenenbildung als Spezifikum transnationaler Bildungskooperationen
Erwachsenenbildung
im Aufwind: Lissabon, lebenslanges Lernen und neues integriertes Bildungsprogramm
Grenzüberschreitende
Erwachsenenbildung als besondere Form transnationaler europäischer Bildungskooperationen
Grenzüberschreitende
Erwachsenenbildung als Prüfstein für das Gelingen der Europäischen Integration
Modelle
grenzüberschreitender Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung
2. Empfehlungen zur Förderung grenzüberschreitender Bildungskooperationen in Europa
Bessere
Vermittlung europäischer Bildungspolitik auf nationaler, regionaler und lokaler
Ebene
Bessere
Verankerung transnationaler und grenz- überschreitender Bildungsarbeit in den
Einrichtungen der Erwachsenenbildung
Sicherstellung
der nationalen Kofinanzierung für europäische Bildungsprojekte
Schaffung
eines europäischen Förderprogramms oder Förderschwerpunkts für grenzübergreifende
Bildungsarbeit
Stärkere
Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung in den Strukturfonds und
Gemeinschaftsinitiativen
3. Empfehlungen für die Praxis grenzübergreifender Bildungskooperationen
Förderung
des Sprachenlernens in Grenzräumen
Intensivierung
des interkulturellen Austauschs und Weckung des Interesses für den Nachbarn
Aufarbeitung
der Vergangenheit und Abbau historisch tradierter Vorurteile
Abstimmung
von Gesetzgebung, Verwaltung und Finanzierung
Harmonisierung
des Arbeitsmarktes und der Beschäftigung
Kompetenzen
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der grenzübergreifenden Erwachsenenbildung
Anhang:
Checkliste für die Praxis grenzübergreifender Bildungskooperationen. Was
muss man bei grenzübergreifender Bildungsarbeit beachten?
Erhältlich in deutscher und englischer Fassung.
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