Traude Horvath, Elisabeth Deinhofer (Hg.)
GRENZFALL
Burgenland 1921 - 1991
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Die Publikation GRENZFALL.
Burgenland 1921-1991 entstand aus Anlaß des 70jährigen Bestehens des Burgenlandes. Sie
ist als Basismaterial und Nachschlagewerk gedacht. Beiträge von 19 jungen
burgenländischen Wissenschaftern/innen zu sozialen, politischen, historischen und
ökologischen Prozessen der vergangenen 70 Jahre sollen einen Überblick über das
Burgenland geben. Das Ende des Ersten Weltkriegs und die darauffolgenden Verhandlungen zur
Bestimmung neuer politischer Grenzen zwischen Österreich und Ungarn werden im Beitrag von
Christiane GRUBER erörtert. Wie verlief der Entscheidungsprozeß zur jeweiligen
Staatszugehörigkeit abseits vom weltpolitischen Kalkül, in den Dörfern diesseits und
jenseits der geplanten Grenzlinie? Ferdinand MÜHLGASSNER und Johann TEMMEL gehen dieser
Frage in ihren Beiträgen über Narda und Schandorf bzw. Ober-/Unterbildein und
Pornóapáti (Pernau) nach. Kurt PRATSCHER und Wolfgang JANDRISITS beschäftigen sich in
ihren Beiträgen mit der wirtschaftlichen Situation dieses agrarisch dominierten neuen
österreichischen Bundeslandes bis hin zur Industrialisierungswelle in den 60er Jahren und
den Auswirkungen der Grenzöffnungen in den 80er Jahren. Günter KARNER
beschreibt in seinem Artikel alte und neue Migrationsströme aus dem Burgenland und ins
Burgenland. Ulrike HARMAT zeigt die Schwierigkeiten der Eingliederung des ehemals zu
Ungarn gehörigen Gebietes in die Republik Österreich auf und gibt einen Überblick über
die Entwicklung des Landes in der 1. Republik, über die Auflösung des Landes im Jahre
1938 bis hin zur 2. Republik. Eva NICKL beschreibt die Situation der protestantischen und
katholischen Kirche im Burgenland nach der Grenzziehung im Jahre 1921. Welche Bedeutung
hatte die Kultur nach der Eingliederung des Landes zu Österreich? Was wird von ihr
gefordert und welche Kultur wird gefördert? Diesen Fragen geht Eva MÜLLNER nach.
Das burgenländische Schulsystem unterschied sich noch in der Zwischenkriegszeit vom
restösterreichischen. Wissenschaftliche Institutionen sind heute noch wenig ausgebaut.
Alfred LANG skizziert die Entwicklung des Bildungs- und Wissenschaftsbereiches. Die
Mehrheit der Menschen, die im Burgenland wohnen ist weiblich. Niedrige Löhne und
Gehälter, Doppelbelastungen, mangelnde fachliche Ausbildungen und Berufe ohne Zukunft
sind auch typisch für das Leben vieler Frauen im Burgenland. Ulrike PRÖLL beschreibt in
ihrem Beitrag den Arbeitsmarkt und die Lebenssituation von Burgenländerinnen. Wie geht
die Mehrheit mit ihren Minderheiten um? Die Situation der Roma im Burgenland beschreibt
Susanne FUCHS-NEBEL. Norbert DARABOS skizziert die Problematik der Kroaten zwischen
Traditionsbewahrung und totaler Anpassung an die Mehrheit. 1934 lebten ca. 4000 Juden im
Burgenland. Heute droht die Geschichte der burgenländischen Juden in Vergessenheit zu
geraten, nachdem es kaum mehr Angehörige dieser Minderheit im Burgenland gibt. Gert
TSCHÖGL beschreibt die Geschichte der Juden im Burgenland. Die im Burgenland ansässigen
Ungarn wurden nach 1921 vom Mehrheitsvolk zu einer kleinen Minderheit. Matthias SCHMELZER
und Harald WENDELIN skizzieren die Problematik dieser Volksgruppe im Burgenland. Erwin
NEMETH setzt sich mit der Frage von Landschaft und Landwirtschaft im Burgenland aus der
Sicht des Natur- und Artenschutzes auseinander. Elisabeth DEINHOFER beschreibt in
ihrem Beitrag die Entwicklung sozialer Strukturen in diesem Bundesland. Interviews von
Traude HORVATH mit Burgenländern/innen der Jahrgänge 1911, 1921, 1931, 1941, 1951, 1961
und 1971 sollen die Verbindung zwischen historischen Prozessen und Biographien einzelner
herstellen. Einer, der das Burgenland-Werden 1921 erlebt hat, Richard BERCZELLER, erzählt
in einem Gespräch von seinen Erinnerungen.
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