Judith Jakowitsch
INTEGRATIONSBARRIEREN
BURGENLÄNDISCHER
FRAUEN
AM ARBEITSMARKT
Studie im Rahmen des PO ESF 2007-2013
im Auftrag der Burgenländischen Landesregierung / Frauenbüro
Eisenstadt: 2009 (bfg:studies
Bd 7/ Jg 2009)
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Ziel des EU-Programms „Phasing Out Burgenland 2007-2013 ESF“ ist die Sicherung und Stärkung des Standorts Burgenland. Besonderes Augenmerk wird dabei innerhalb der Prioritätenachse „Integration in den Arbeitsmarkt und soziale Eingliederung“ auf Frauen bzw. auf Aktivitäten zur Beseitigung von Benachteiligungen in deren Lebenszyklus gelegt.
Ziel der Erhebungen und Analysen der Burgenländischen Forschungsgesellschaft im Auftrag der Burgenländischen Landesregierung / Frauenbüro war die Formulierung von Empfehlungen zum Abbau von Integrationsbarrieren burgenländischer Frauen am Arbeitsmarkt, wobei der Fokus auf jene Regionen gelegt wurde, in denen die Beschäftigung von Frauen relativ zum Landesdurchschnitt unterdurchschnittlich ist.
Anders als in den meisten bisherigen Publikationen erfolgte die Identifizierung dieser Regionen nicht auf Basis der traditionellerweise üblichen Einteilung des Burgenlandes in Nord-, Mittel- und Südburgenland oder anhand der Quoten für die politischen Bezirke; in dieser Studie wurde die Frauenerwerbstätigkeit noch kleinräumiger betrachtet, nämlich auf Gemeindeebene, um Unterschieden innerhalb der Bezirke auf die Spur zu kommen bzw. „bezirksübergreifend“ Kleinregionen mit besonders niedriger Beschäftigung bilden zu können.
Insgesamt vier solche Gemeindekonglomerate („Fokusregionen“) wurden identifiziert: Die Region Parndorfer Platte, die Region Bezirksgrenze Oberwart/Güssing, die Grenzregion Südburgenland und die Region Jennersdorf Süd. Als Vergleich wurden jene Gebiete herangezogen, in denen die Frauenerwerbstätigenquote stark überdurchschnittlich war („Vergleichsregionen“).
In den letzten Jahrzehnten war eine rasant steigende Erwerbsneigung von Frauen zu beobachten, die Arbeitsmarktintegration erfolgte jedoch häufig nur unvollständig, d. h. in Form von Teilzeitbeschäftigung. Ein Grund für die Popularität von Teilzeitbeschäftigung ist, dass Frauen in Partnerschaften somit einerseits doch „ein bisschen“ am Erwerbsleben und den damit verbundenen Annehmlichkeiten (persönlicher finanzieller Spielraum, soziale Kontakte, Anerkennung etc.) teilhaben sowie eine Rendite für geleistete Bildungsinvestitionen erzielen können und andererseits weiterhin fast die gesamte Verantwortung und Arbeitslast des Reproduktionsbereiches übernehmen und somit gesellschaftlichen Rollenerwartungen genügen können.
Ein Nachteil von Teilzeitarbeit, nämlich ein entsprechend reduziertes Einkommen, wird aber zu dem Erwerbshemmnis schlechthin, wenn zwischen erwartetem Gewinn (neben dem Entgelt auch, wie genannt, Abwechslung, soziale Kontakte und persönliche Bestätigung, etc.) und Aufwendungen abgewogen wird.
Denn das teilweise sehr geringe Arbeitsplatzangebot, welches darüber hinaus durch eine Konzentration auf wenige Berufe mit meistens geringen qualifikatorischen Anforderungen gekennzeichnet ist, zwingt nicht nur Erwerbswillige mit höheren Bildungsabschlüssen und anderen Berufswünschen als den gebotenen Jobs zur Inkaufnahme relativ weiter und somit zeit- und kostenintensiver Pendelstrecken. Die Überwindung der Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort ist aber, vor allem in den südlichen Fokusregionen, nur mithilfe eines privaten PKWs zu bewerkstelligen, der öffentliche Verkehr stellt keine Alternative dar. Die Anschaffung eines eigenen Autos bzw. eines Zweitwagens innerhalb der Familie wiederum ist vor allem eine Kostenfrage, angesichts der relativ niedrigen Entgelte für die das regionale Angebot dominierenden Arbeitsplätze (Teilzeitstellen im Einzelhandel und generell gering entlohnte Stellen im Beherbergungs- und Gaststättenwesen) rentiert sich diese Investition nicht; vor allem, wenn noch weitere Kosten wie beispielsweise für Kinderbetreuung hinzuzurechnen sind. Neben dem finanziellen Aufwand für Berufspendler/innen trifft der damit verbundene zeitliche Aufwand vor allem Personen mit Betreuungspflichten. Vollbeschäftigung ist im Burgenland kaum ausschließlich mithilfe der Öffnungszeiten institutioneller Kinderbetreuungseinrichtungen zu vereinbaren, ein familiäres und/oder soziales Netzwerk ist unverzichtbar. Für Teilzeitbeschäftigung werden weite Pendelstrecken aufgrund der negativen Kosten-Nutzen-Relation meistens nicht in Kauf genommen.
Für Frauen, die ihren Lebensunterhalt – und, gegebenenfalls, den ihrer Kinder – selbst erwirtschaften müssen, steht die Option einer Teilzeitbeschäftigung ohnehin nicht zur Disposition. Für sie stellt die Tatsache, dass in vielen traditionell von Frauen bevorzugten Berufen immer seltener Vollzeitstellen angeboten werden, ein existenzielles Problem dar.
Detailliertere Ausführungen zu den interdependenten Hemmnissen der Erwerbstätigkeit von Burgenländerinnen sowie zahlreiche Karten, Grafiken und Tabellen bietet die Langfassung der Studie „Integrationsbarrieren burgenländischer Frauen am Arbeitsmarkt“, einen zusammenfassenden Überblick finden Sie in der Kurzfassung / Empfehlungen.
Die Kurzfassung / Empfehlungen kann bei der Burgenländischen Forschungsgesellschaft bestellt werden: Bestell-Button oder unter 02682-66886.
Die Kurzfassung / Empfehlungen sowie die Langfassung stehen als pdf-files zum Download zur Verfügung.
KURZFASSUNG / EMPFEHLUNGEN:
44 Seiten, Grafiken/Tabellen, broschürt, 210x297
LANGASSUNG: 150 Seiten, Grafiken/Tabellen, broschürt, 210x297
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