Traude Horvath, Rainer Münz (Hg.)
MIGRATION UND ARBEITSMARKT
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Von einem sicheren Arbeitsplatz und einer entsprechenden Abgeltung der Arbeitskraft hängt die Existenz vieler Menschen ab. Die Suche nach bezahlter Arbeit wurde neben der Suche nach politischer und religiöser Freiheit bzw. der Flucht oder Vertreibung zur wichtigsten Ursache großer Migrationsbewegungen. Viele verließen ihre Heimat mit dem Ziel, nach einigen Jahren zurückzukehren und eine gesicherte wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Aus der Rückkehr wurde sehr oft nichts, oder sie erfolgte später als ursprünglich geplant. Mit dem Ausbau der Verkehrswege und dem deutlichen Rückgang der Wochenarbeitszeit kam im 20. Jahrhundert schließlich eine neue Kategorie von Arbeitsmigranten hinzu: die Tages- und Wochenpendler.
Die industrielle Revolution und ihr Beitrag zur Entstehung bürgerlicher Staaten, urbaner Lebensverhältnisse und arbeitsteiliger Gesellschaften sind relativ gut dokumentiert. Dies gilt zumindest für jene Regionen und Länder, von denen diese Entwicklung ihren Ausgang nahm. Von den Auswirkungen der ökonomischen und sozialen Modernisierung sind aber auch Länder der europäischen Peripherie betroffen. Aus den Ländern und Regionen, in denen keine raschen ökonomischen Entwicklungsprozesse stattfinden, kommen und kamen Auswanderer und Pendler.
Die ökonomisch bedingte Migration und die schwierige Arbeitsmarktsituation sind zentrale Probleme des Burgenlandes. Das Spannungsverhältnis zwischen geringen Löhnen, wenig Arbeitsplätzen und den Ansprüchen, die an ein Leben in einer modernen Gesellschaft gestellt werden, kann der einzelne eventuell durch höhere Mobilität bewältigen. Was das für Wirtschaft und Gesellschaft eines Landes bedeutet und wie das Leben der Menschen von diesen Bedingungen geprägt wird, ist Thema dieses Buches:
Heinz FASSMANN stellt in seinem
Beitrag theoretische Konzepte der Migrationsforschung dar. Das Datenmaterial über
Beschäftigte und Arbeitslose im Burgenland, aber auch über Pendler aus dem Burgenland
hat Heinrich WEDRAL in seinem Beitrag zusammengefaßt. Günter KARNER bietet eine Analyse
der sozialen und kulturellen Aspekte der Pendelwanderung. Die Auswirkungen dieser
Lebensform auf Ehepaare und Familien skizziert Zlatka MELISITS. Traude HORVATH beschreibt
die Situation von burgenländischen Migranten, die sich wieder in der alten Heimat
angesiedelt haben. Historisches Bildmaterial von Walter DUJMOVITS illustriert diesen
Beitrag. Mit der Arbeitsmarktpolitik der 70er- und 80er Jahre haben sich Kurt PRATSCHER
und Emmerich TALOS auseinandergesetzt. Fehlende Hochschul- und Forschungseinrichtungen im
Burgenland führen zu einer Abwanderung von Hochschulabsoventen/innen auf andere
Arbeitsmärkte. Überlegungen zur akademischen und angewandten Forschung für das
Burgenland stellen Katharina FEYMANN und Rainer MÜNZ an.
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