Werner Holzer, Rainer Münz (Hg.)
TRENDWENDE ?
Sprache und Ethnizität im Burgenland
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Das Burgenland ist mehrsprachig. Neben Deutsch wird in diesem Teil Österreichs Kroatisch, Ungarisch und Romanes gesprochen. Während des gesamten 20. Jahrhunderts gewann die deutsche Mehrheitssprache an Dominanz. Die Bedeutung der Minderheitensprachen nahm ab. Allerdings hat dieser Assimilationsprozeß in den letzten Jahren deutlich an Dynamik verloren. Verantwortlich dafür waren und sind: die Öffnung der Grenzen zwischen Österreich und Ungarn, die Selbständigkeit Kroatiens und ein minderheitenfreundlicheres Klima in Österreich selbst.
Trendwende? Sprache und Ethnizität im Burgenland präsentiert die Ergebnisse eines im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung durchgeführten Forschungsprojekts der Burgenländischen Forschungsgesellschaft. Grundlage des Projekts wie des Buches sind: eine aktuelle empirische Erhebung zu Kenntnis, Erwerb, aktueller Verwendung und Weitergabe von Kroatisch und Ungarisch im Burgenland (W.Holzer/R. Münz), ausführliche Beschreibungen der Entwicklung und aktuellen Situation des Minderheitenschulwesens im Burgenland (K.-B. Boeckmann, A. Kaiser, H. Wedral), Daten aus der Volkszählung 1991 (J. Ladstätter) und Beiträge der neueren soziologischen, demographischen, historischen und linguistischen Forschung zum Thema Minderheitensprachen (G. Baumgartner, J.F. Buranits/M.Csenar, W.U. Dressler/J. Palatin, T. Horvath/E. Müllner, S. Tornow) sowie zu anderen Minderheitenfragen (G. Baumgartner/A. Moritsch, U. Hemetek, V. Heuberger/A. Suppan, A.F. Reiterer, H. Riegler, M. Roth, E. Schwarzmayer).
Heute sprechen oder verstehen 9 % der Burgenländerinnen und Burgenländer Kroatisch und rund 6 % Ungarisch. 10 % der Nur-Deutschsprachigen leben in einem mehrsprachigen Haushalt. Ob diese Vielfalt erhalten bleibt oder nicht, hängt sowohl vom Willen zur Selbstbehauptung innerhalb der Minderheiten als auch von der Haltung der Mehrheit ab. Entscheidend ist in jedem Fall die Bereitschaft, die Minderheitensprachen in der Familie weiterzugeben, und die Chance, diese Sprachkenntnisse in der Schule zu vertiefen. Heute ist beides nicht voll gewährleistet.
"Trendwende"
beschäftigt sich mit Sprachkenntnissen und Sprachverwendung im Burgenland, diskutiert
aktuelle Minderheitenfragen und Forschungsergebnisse. Schließlich wirft das Buch einen
Blick auf die Zukunft ethnisch-sprachlicher Vielfalt in diesem Teil Mitteleuropas.
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