AKTUELLE VERANSTALTUNG

Flucht Vertreibung Emigration

FILME ZUR ZEITGESCHCHTE in der Synagoge Kobersdorf
10., 17. und 24. Oktober 2022, Synagoge Kobersdorf, Schlossgasse Kobersdorf

Alle Filmvorführungen bei kostenlosem Eintritt
Um Anmeldung wird gebeten: Zur Anmeldung

Programm Montag, 10. Oktober 2022, 19:00

Das erste Jahrhundert des Walter Arlen
Dokumentarfilm von Stephanus Domanig
AUT/USA 2018
Länge 91 min
PLAESION Film + Vision
Deutsche Fassung

Als Komponist kam der 1920 in Wien geborene Walter Arlen erst spät zu Ehren. Denn den größten Teil seines beruflichen Lebens arbeitete der 1939 von den Nazis aus seiner Heimatstadt Wien in die USA vertriebene Jude als Musikkritiker der „L.A. Times“. Erst seit Mitte der 1980er Jahre bringt er seine eigenen Kompositionen, in denen er oftmals die Schrecken der Nazizeit verarbeitet, der Öffentlichkeit zu Gehör. Der österreichische Regisseur Stephanus Domanig porträtierte den mittlerweile 102-jährigen Künstler mit dem sehr guten Gedächtnis unter anderem bei einem Besuch am Schauplatz der alljährlichen Sommerfrische der Familie in der familieneigenen Villa in Bad Sauerbrunn.
Die Bgld. Forschungsgesellschaft führte 2002 für ihr Zeitzeugenarchiv ein Interview mit Walter Arlen.

Programm Montag, 17. Oktober 2022, 19:00

Atlantic Drift. Die Irrfahrt der Atlantic
Dokumentarfilm von Michel Daëron
AUT/FRA/IRL 2002
Länge 88 min
Extrafilm
Deutsch (voiceover), Französisch, Englisch, Hebräisch mit deutschen Untertiteln

Mehrere tausend Menschen aus Wien und Preßburg suchen die Donau ab und lauern den raren Booten auf, die sie vor den Nazis retten können. Unter den Verzweifelten befindet sich die siebzehnjährige Ruth, die in ihrem Tagebuch die Chronik des letzten Transports der Atlantic aufzeichnet. An Bord drängen sich 2000 jüdische Flüchtlinge, die drei Monate lang auf dem Schwarzen und dem Mittelmeer in der Hoffnung umherirren, das Gelobte Land zu erreichen. Als die Atlantic schließlich im Dezember 1940 in Palästina ankommt, werden die Flüchtlinge, die sich während ihrer Fahrt Krankheit und Tod gegenübersahen, von den britischen Behörden, die weit davon entfernt sind helfen zu wollen, nach Mauritius deportiert.
Die Bgld. Forschungsgesellschaft führte 2022 für ihr Zeitzeugenarchiv ein Interview mit Michael Riegler (Frauenkirchen) und 2005 mit Meir Figdor (Steinbrunn), die beide auf Mauritius waren.

Programm Montag, 24. Oktober 2022, 19:00

Geheimsache Ghettofilm
Dokumentarfilm von Yael Hersonski
ISR/DEU 2010
Länge 88 min
Belfilms LTD
Deutsche Fassung

Im Mai 1942, zwei Monate vor Beginn der Massendeportationen in das Vernichtungslager Treblinka, reist ein Filmteam einer NS-Propaganda- Einheit in das Warschauer Ghetto. Die Aufnahmen zeigen Straßenszenen, Handel, aber auch überfüllte Wohnhäuser und die katastrophalen Lebensbedingungen. Besonders inszeniert wird dabei der Gegensatz zwischen einer vermeintlichen reichen Oberschicht und einer im Elend lebenden Unterschicht des Ghettos, um so antisemitische Stereotype wie Geiz oder Habgier zu bedienen.
Die Regisseurin Yael Hersonski stellt den im Deutschen Bundesarchiv aufbewahrten Rohschnitt des nationalsozialistischen Propagandafilms ins Zentrum ihres Dokumentarfilms und zeigt die Aufnahmen erstmals in voller Länge. Sie fragt nach dem Auftraggeber und nach dem Ziel der Aufnahmen. Die Rohfassung des Films ohne Tonspur galt jahrzehntelang als authentisches Archivmaterial. Doch mit Hilfe von Zeitzeugenberichten und Outtakes, die in den 1990er Jahren wieder aufgefunden wurden, deckt Hersonski auf vielschichtige Weise die manipulative Wirkung des Propagandamaterials auf. Sie entlarvt die Methoden der Inszenierung, etwa durch Kameraführung oder durch gezielte Verhaltensanweisungen an die im Film gezeigten Personen, und hinterfragt konsequent die historische Realität. So wird offensichtlich, wie wichtig eine kritische Auseinandersetzung auch mit vermeintlich authentischen historischen Quellen ist.

Die Filme sind kostenlos zugänglich.
Bei allen Veranstaltungen müssen die gesetzlich gültigen COVID-19-Maßnahmen eingehalten werden.

Information und Anmeldung:
Um Anmeldung wird gebeten: Zur Anmeldung
Michael Schreiber, Bgld. Forschungsgesellschaft, michael.schreiber@forschungsgesellschaft.at

Veranstalter:
Amt der Burgenländischen Landesregierung
Abteilung 7 – Bildung, Kultur und Wissenschaft
Europaplatz 1, 7000 Eisenstadt
www.burgenland.at

Burgenländische Forschungsgesellschaft
Fachbereich Zeitgeschichte und politische Bildung
Domplatz 21, 7000 Eisenstadt
www.forschungsgesellschaft.at

Konzept und Idee:
Mag. Dieter Szorger, Amt d. Bgld. Landesregierung, Hauptreferatsleiter Kultur und Wissenschaft, dieter.szorger@bgld.gv.at
Alfred Lang, BA, Bgld. Forschungsgesellschaft, Fachbereichsleitung Zeitgeschichte und politische Bildung, alfred.lang@forschungsgesellschaft.at

Organisation:
Mag.a Jasmin Karnutsch, Amt d. Bgld. Landesregierung, Abteilung 7 - Bildung, Kultur und Wissenschaft, jasmin.karnutsch@bgld.gv.at
Klaudia Fritz, Amt d. Bgld. Landesregierung, Abteilung 7 - Bildung, Kultur und Wissenschaft, klaudia.fritz@bgld.gv.at
Michael Schreiber, Bgld. Forschungsgesellschaft, Fachbereich Zeitgeschichte und politische Bildung, michael.schreiber@forschungsgesellschaft.at

Impressum:
Burgenländische Forschungsgesellschaft | Research Society Burgenland
Domplatz 21, 7000 Eisenstadt
Telefon: 02628 66886| E-Mail: office@forschungsgesellschaft.at

VERGANGENE VERANSTALTUNGen

Synagogen als materielles und immaterielles Kulturerbe

SYMPOSIUM aus Anlass der Wiederöffnung der Synagoge Kobersdorf
9. – 10. Juni 2022, Synagoge Kobersdorf, Schlossgasse Kobersdorf

Die Teilnahme ist kostenlos.

Programm Donnerstag, 9. Juni 2022

13:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung

13:15 Vom Mittelalter in die Gegenwart – Jüdische Architektur in Europa als (Welt)kulturerbe
Simon Paulus, Institut für Architekturgeschichte, Universität Stuttgart
Der Vortrag wird live zum Symposium zugeschaltet

14:00 – 16.00 Panel I: Synagogen als materielles und immaterielles Erbe – Kobersdorf
Chair: Michael Schreiber, Burgenländische Forschungsgesellschaft

Die Renovierung der Synagoge Kobersdorf als architektonische Aufgabe
Anton Meierhofer, Architekt

Die Renovierung der ehemaligen Synagoge Kobersdorf als denkmalpflegerische Aufgabe
Peter Adam, Landeskonservator Burgenland, Bundesdenkmalamt

Die Synagoge als Ort jüdischer Religiosität
Schlomo Hofmeister, Landesrabbiner für das Burgenland, Israelitische Kultusgemeinde Wien

Reflexionsrunde

16:00 – 16:30 Kaffeepause

16:30 – 18:30 Jüdisches Kobersdorf: Von der Synagoge über das jüdische Viertel zum jüdischen Friedhof
Führung mit Erwin Hausensteiner, Lokalhistoriker
Herren bitte mit Kopfbedeckung (Friedhof)

19:00 Uhr Abfahrt Sammeltaxi zum Bahnhof Wulkaprodersdorf

Programm Freitag, 10. Juni 2022

10:15 – 12:00 Panel II: Nutzung von Synagogen und jüdischem Kulturerbe nach 1945
Chair: Ursula Mindler-Steiner, Institut für Geschichte der Universität Graz

Synagogen als Ort von Wissenschaft und Forschung am Beispiel INJÖST
Martha Keil, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten

Die museale Nutzung der Synagoge am Beispiel Augsburg
Barbara Staudinger, Jüdisches Museum Wien

Reflexionsrunde

12:00 – 13:00 Mittagspause

13:00 – 15:00 Panel III: Synagogen und jüdisches Kulturerbe im ländlichen Raum in Österreich
Chair: Petra Herzceg, Burgenländische Forschungsgesellschaft

Synagogen in der Steiermark
Gerald Lamprecht, Centrum für jüdische Studien, Universität Graz

Synagogen in Niederösterreich
Christoph Lind, Institut für Jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten

Synagogen im Burgenland
Alfred Lang, Burgenländische Forschungsgesellschaft

Reflexionsrunde

15.00 – 15.30 Kaffeepause

15.30 - 17.00 Podiumsdiskussion: Jüdisches Kulturerbe in Österreich: Gegenwart und Zukunft
Moderation: Rainer Rosenberg, Rundfunkjournalist und Universitätslektor

Gerald Lamprecht, Centrum für jüdische Studien, Universität Graz
Hannah Lessing, Nationalfonds der Republik Österreich
Christoph Lind, Institut für Jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten
Paul Mahringer, Abteilung für Denkmalforschung, Bundesdenkmalamt

17:00 Uhr Ausklang

17:30 Uhr Abfahrt Sammeltaxi zum Bahnhof Wulkaprodersdorf

Die Vorträge des Symposiums sind kostenlos zugänglich.
Bei allen Veranstaltungen müssen die gesetzlich gültigen COVID-19-Maßnahmen eingehalten werden.

Information:
Michael Schreiber, Bgld. Forschungsgesellschaft,
michael.schreiber@forschungsgesellschaft.at

Veranstalter:
Amt der Burgenländischen Landesregierung
Abteilung 7 – Bildung, Kultur und Wissenschaft
Europaplatz 1, 7000 Eisenstadt
www.burgenland.at

Burgenländische Forschungsgesellschaft
Fachbereich Zeitgeschichte und politische Bildung
Domplatz 21, 7000 Eisenstadt
www.forschungsgesellschaft.at

Konzept und Idee:
Mag. Dieter Szorger, Amt d. Bgld. Landesregierung, Hauptreferatsleiter Kultur und Wissenschaft, dieter.szorger@bgld.gv.at
Alfred Lang, BA, Bgld. Forschungsgesellschaft, Fachbereichsleitung Zeitgeschichte und politische Bildung, alfred.lang@forschungsgesellschaft.at

Organisation:
Mag.a Jasmin Karnutsch, Amt d. Bgld. Landesregierung, Abteilung 7 - Bildung, Kultur und Wissenschaft, jasmin.karnutsch@bgld.gv.at
Klaudia Fritz, Amt d. Bgld. Landesregierung, Abteilung 7 - Bildung, Kultur und Wissenschaft, klaudia.fritz@bgld.gv.at
Michael Schreiber, Bgld. Forschungsgesellschaft, Fachbereich Zeitgeschichte und politische Bildung, michael.schreiber@forschungsgesellschaft.at

Impressum:
Burgenländische Forschungsgesellschaft | Research Society Burgenland
Domplatz 21, 7000 Eisenstadt
Telefon: 02628 66886| E-Mail: office@forschungsgesellschaft.at