Programm 2026
Studienfahrt | Kittsee | Frauenkirchen | Eisenstadt | Mattersburg | Kobersdorf | Lackenbach | Lockenhaus | Rechnitz | Stadtschlaining | Oberwart | St. Pölten | Mistelbach
Haben Sie schon einmal vom Hotel „Des Indes“ in Den Haag gehört?
Während der Besatzungszeit der Niederlande beherbergte das Hotel so viele Nationalsozialisten, dass es den Spitznamen „Wehrmacht Hotel” erhielt. Was diese nicht wussten war, dass der damalige Direktor des Hotels, Joseph Thum, unter Einsatz seines Lebens zahlreiche Untergetauchte im riesigen Hotelgebäude versteckte. Die Lebensgefährtin Thums war Iréne Donáth, die Tochter des früheren Kobersdorfer Gemeindarztes Dr. Josef Donáth und somit auch die Schwägerin des 1938 von den Nationalsozialisten vertriebenen Dr. Kertesz, der der Nachfolger von Dr. Donáth als Gemeindearzt von Kobersdorf war. Der niederländische Journalist Casper Postmaa ist auf Umwegen auf diese Geschichte gestoßen und hat ein Buch darüber geschrieben: De dag dat de duivel naar Des Indes kwam (Der Tag, an dem der Teufel nach Des Indes kam).
Es sind Geschichten wie diese, die Sie bei der diesjährigen Ausgabe der Europäischen Tage der jüdischen Kultur entdecken können und zu denen Sie die Burgenländische Forschungsgesellschaft gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern herzlich einlädt. Dabei erwartet Sie wie gewohnt ein abwechslungsreiches und informatives Programm, das geographisch von St. Pölten über Bratislava und Eisenstadt bis nach Oberwart und inhaltlich von Vorträgen, über Rundgänge und Filmvorführungen bis hin zur Präsentation des oben erwähnten Buches reicht.
Zu den Highlights dieses Jahres ist die Studienfahrt von Mattersburg nach Bratislava zu zählen, in deren Rahmen erstmals auch die Slowakei ins Programm eingebunden werden konnte. Im Zentrum dieser Studienfahrt stehen zwei der bekanntesten Rabbiner, die mit den Siebengemeinden in Verbindung stehen: Meir Eisenstadt und Chatam Sofer. Dabei wird ein Schlaglicht auf das Leben und Vermächtnis dieser berühmtesten rabbinischen Autoritäten des Burgenlandes geworfen und eine Brücke zwischen dem Burgenland und der Slowakei geschlagen.
Ebenfalls zum ersten Mal stehen heuer zwei Rundgänge durch Mistelbach im Programm, bei denen Brigitte Kenscha-Mautner durch die Stadt und durch den jüdischen Friedhof führt. Gemeinsam mit dem Programm in St. Pölten komplettieren sie damit das Programm in Niederösterreich.
Wir laden Sie herzlich ein!
Michael Schreiber, Johann Kirchknopf, Alfred Lang und Gert Tschögl
Burgenländische Forschungsgesellschaft









