Die Datenherkunft

Die Herkunft der Daten der jüdischen Opfer geht im wesentlichen aus den Recherchen in der Online-Datenbank des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) zwischen Mai und Oktober 2008 hervor. Die Maske der DÖW Online-Datenbank lässt auch Abfragen nach dem Geburtsort der Opfer zu. Da in der DÖW Online-Datenbank in einigen Fällen auch die früheren ungarischen Namen der Gemeinden des Burgenlandes als Geburtsort der Opfer eingetragen sind, wurde die DÖW Online-Datenbank auch nach diesen durchsucht. Auf diese Weise konnten weitere Opfer als im Burgenland geboren identifiziert werden, sodass die Zahl der im Burgenland geborenen jüdischen Opfer, welche sich in der DÖW Online-Datenbank (Stand Mai-Oktober 2008) befanden, erhöhten.

Ergänzt und abgeglichen wurden diese Daten mit bereits publizierten Opferlisten. Dazu zählen die Publikation von Peter F.N. Hörz in der die bereits im Jahr 1966 von Josef Klampfer publizierte Liste jüdischer Opfer aus Eisenstadt aufgelistet wurden (Klampfer, Josef: Das Eisenstädter Ghetto. Burgenländische Forschungen, Heft 51. Eisenstadt 1966). Ebenso fanden die Recherchen von Herbert Brettl und Ursula Mindler Eingang in die vorliegende Datenbank. Schließlich wurden auch Daten einer Recherche von Gert Tschögl aus dem Jahr 1988 für Oberwart, und 2007 für Stadtschlaining, zweitere durchgeführt in der Online-Datenbank von Yad Vashem, miteinbezogen.

Diese Daten werden laufend mit neuen Forschungsergebnissen überprüft und abgeglichen. Aus Anlass der Ausstellung "100 Jahre Burgenland" wurden in Zusammenarbeit mit Margit Crass Daten überarbeitet und berichtigt, sodass zur Zeit (Stand Mai 2021) von 1.583 Opfern mit Bezug zum Burgenland gesprochen werden kann. Aus rechtlichen Gründen wurden Euthnansie-Opfer pseudonymisiert.

Folgende Quellen und Literaturangaben dienten als Grundlage für die Zusammenführung in der Datenbank:

Brettl, Herbert: Die jüdische Gemeinde von Frauenkirchen. Halbturn 2003.
DÖW Online Datenbank: Online Recherche vom Mai bis Oktober 2008 http://www.doew.at
Hausensteiner, Erwin J.: Die ehemalige jüdische Gemeinde Kobersdorf. o.O. [Kobersdorf] o.J. [2008]. Eigenverlag.
Hörz, Peter F.N.: Jüdische Kultur im Burgenland. Historische Fragmente, volkskundliche Analyse. (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien, Band 26). Wien 2005.
Lang, Alfred/Tobler, Barbara/Tschögl, Gert (Hg.): Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen. Wien 2004.
Mindler, Ursula: „Ich hätte viel zu erzählen, aber dazu sage ich nichts...“ - Oberwart 1938. Oberwart 2008.
Rothstein, Berth: Der „Béla von Güssing“ erzählt seine 70-jährige Lebensgeschichte (1918-1988). Frankfurt am Main 1988.
Yad Vashem Online-Datenbank: Online Recherche vom März 2007 und Oktober 2008 http://www.yadvashem.org

In einigen Fällen gibt es unterschiedliche Angaben bei Geburtsdaten; die Zweitangabe wird in Klammer gesetzt und mit einem Fragezeichen versehen. Die DÖW Online-Datenbank gibt auch Informationen über Überstellungen von einem Konzentrationslager in ein anderes. In fast allen Fällen handelt es sich dabei um Überstellungen in Vernichtungslager. Die Angaben des Überstellungsdatums und des Zielortes der Überstellung wurden im Feld „Todesort“ und „Todesdatum“ mit der Ergänzung „(Überstellung)“ notiert, da der genaue Todestag nicht bekannt ist.

Nur teilweise erfasst wurden jene burgenländischen Juden und Jüdinnen, die nicht im Burgenland geboren wurden, jedoch in einer der burgenländischen Gemeinden bis März 1938 lebten und arbeiteten. Diese Daten wurden in dieser ersten Phase der Erstellung der Opferdatenbank des Burgenlandes noch nicht in ihrer Gesamtheit erfasst, werden jedoch in der zweiten Phase des Datenbankprojekts, das sich als „work in progresss“ versteht, recherchiert und aufgenommen.