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Hans (Juan) Deutsch wurde 1924 in Kőszeg (Ungarn) geboren. Sein Vater Arthur Deutsch war Inhaber eines bereits von seinem Großvater gegründeten Getreide-Import- Exports. Die Mutter Anna, geborene Mandl, stammte aus Großpetersdorf. Hans Deutsch besuchte das Benediktinergymnasium in Kőszeg, wo er 1942 maturierte. Da es für Juden eine Aufnahmebeschränkung an den Universitäten gab, machte er eine Lehrausbildung in einer Fabrik für Transformatoren- und Motorenbau in Budapest. Anfang 1944 wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen. Seine Eltern und seine Schwester Vera wurden nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1944 verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Im selben Jahr wurde er zum Bau des Südostwalls im Südburgenland abkommandiert. Den anschließenden Todesmarsch ungarischer Juden und Zwangsarbeiter über den Präbichl in der Steiermark überlebte er und kam ins Konzentrationslager Gunskirchen in Oberösterreich. Das Lager wurde am 5. Mai 1945 von US-Truppen befreit und Hans ging daraufhin nach Kőszeg zurück, wo er von der Ermordung seiner Eltern und seiner Schwester in Auschwitz erfahren musste. Von den mehr als hundert Juden Kőszegs konnten nur wenige dem Holocaust entkommen, von den neun Angehörigen der Familie Deutsch überlebte nur Hans. Er ging nach Zürich und studierte vier Jahre an der ETH in Zürich, wo er zum Elektroingenieur ausgebildet wurde. In der Schweiz lernte er auch seine spätere Frau kennen. Dem Ruf eines Onkels folgend emigrierte er nach Buenos Aires und gründete dort eine Firma für technische Spezialmessgeräte. In Kőszeg war er nach 1946 nie mehr. Hans Deutsch verstarb im Jahr 2004 in Buenos Aires.