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Eva Dutton kam 1925 als Tochter von Jakob und Rosa Rosenfeld zur Welt. In den 1920er Jahren kaufte ihr Vater eine Mühle in Neusiedl am See; zuvor lebten sie kurze Zeit in Antau, dem Heimatort der Mutter. Eva besuchte die römisch-katholische Klostervolksschule in Neusiedl am See und wechselte später in eine jüdische Internatsschule in Wien. Nach dem „Anschluss“ flüchteten ihre Eltern aus Neusiedl am See zunächst nach Wien. Eine Tante aus Sopron organisierte für die Familie die Flucht nach Ungarn. Auf dem Landgut der Tante in der Nähe Soprons bekamen sie Unterkunft. Eva besuchte bis zur Matura eine Ordensschule in Sopron. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Ungarn wurden sie, ihre Eltern und die Großeltern mütterlicherseits zusammen mit den anderen Soproner Juden nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Vom Vater bei der Ankunft getrennt, konnte Eva wenigstens mit ihrer Mutter zusammenbleiben. Nur durch Zufall gelang es beiden sechs Wochen später, gemeinsam in das Arbeitslager Allendorf, ein Außenlager für Frauen des KZ Buchenwald, transportiert zu werden, wo sie in einem Rüstungsbetrieb arbeiten mussten. Von da an erhielten sie und ihre Mutter keine Nachrichten mehr vom Vater. Gegen Kriegsende wurde das Arbeitslager von den Nationalsozialisten evakuiert, Eva konnte auf diesem Fußmarsch fliehen und hielt sich bis zum Eintreffen US-amerikanischer Einheiten versteckt. Ihre Mutter fand sie wenig später wieder. Erst nach Kriegsende erfuhren sie vom Tod des Vaters in Dachau, wo dieser sechs Wochen vor der Befreiung verstorben war. Ein befreundeter französischer Kriegsgefangener nahm Eva mit nach Frankreich. In Paris begann sie bei der US-Army zu arbeiten und ging etwas später zu Verwandten nach New York. 1948 besuchte sie ihre Mutter, die in der Zwischenzeit nach Wien zurückgekehrt war. Ihren Ehemann Wilfried Dutton heiratete sie 1956, übersiedelte mit ihm zunächst nach Venezuela und später nach England. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie nach Wien.